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Jeder weiß angeblich etwas, jeder will schon einmal etwas gehört haben, jeder trägt es weiter - Gerüchte machen in diesen Tagen schnell die Runde. Am Ende bleibt oft nicht viel mehr als heiße Luft übrig. Symbilbild: dpa
Jeder weiß angeblich etwas, jeder will schon einmal etwas gehört haben, jeder trägt es weiter - Gerüchte machen in diesen Tagen schnell die Runde. Am Ende bleibt oft nicht viel mehr als heiße Luft übrig. Symbilbild: dpa
09.02.2016

Vorwürfe gegen Flüchtlinge aus Remchingen erhärten sich nicht

Remchingen. In Remchingen macht zurzeit ein angeblicher Vorfall mit Asylbewerbern in der Hauptrolle die Runde: Eine Handvoll Bewohner der Flüchtlingsunterkunft in Darmsbach soll ein junges Mädchen auf offener Straße belästigt und verfolgt haben. Der Polizei ist kein Vorfall bekannt.

Diese Geschichte wurde auch der PZ in den vergangenen Tagen mehrfach mitgeteilt. Die Polizei geht der Sache momentan nach, allerdings habe sich bisher keine Geschädigte gemeldet, sagt Polizeipressesprecherin Anna-Katrin Müller. „Falls etwas vorgefallen ist, soll sich die Frau melden.“ In den Mitteilungen an die PZ unterscheiden sich immer wieder die Tatzeitpunkte als auch die Orte, an denen die Belästigung und Verfolgung angeblich stattgefunden haben soll. Zudem soll der Vorfall der Polizei bekannt sein, heißt es in den Zuschriften.

Ist er aber nicht, hatte die Pressestelle des Präsidiums in Karlsruhe bereits vor zwei Wochen mitgeteilt, als die Vorwürfe aufkamen. Polizeisprecherin Müller: „Das bedeutet, es hat nicht stattgefunden oder es wurde keine Anzeige erstattet.“

Ein ähnliches, noch wesentlich dramatischer verlaufendes Gerücht war bereits im Januar in Pforzheim aufgekommen. Unter anderem hatte ein PZ-news-Leser an die Online-Redaktion geschrieben, dass an Silvester eine Frau vergewaltigt worden sei und wenig später an den Folgen dieses Verbrechens gestorben sei. „Es wird erzählt, dass die PZ darüber nicht berichtet, um das Thema der Flüchtlingspolitik nicht weiter anzuheizen“, hat der Leser berichtet. Auch hier ergab eine Nachfrage bei der Polizei, dass dieses geschmacklose Gerücht mit der tödlich verletzten Frau jeglicher Grundlage entbehrt. Und das gilt natürlich auch für Vorwurf, die PZ würde „Flüchtlingsthemen“ verschweigen.

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