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Vorwurf der Vergewaltigung nicht haltbar: Drei junge Flüchtlinge für Vorfall in Mühlacker freigesprochen

Enzkreis/Pforzheim. Mit einem Freispruch für alle drei Angeklagten endete am Montag ein Vergewaltigungsprozess vor der Auswärtigen Großen Strafkammer des Landgerichts Karlsruhe in Pforzheim. Angeklagt waren ein heute 21-jähriger Syrer und zwei 20 und 22 Jahre alten Afghanen. Der Vorwurf: Sie sollen vor zwei Jahren in Mühlacker eine damals 17-Jährige im Ein-Zimmer-Apartment des Ältesten in einem Wohnheim sexuell missbraucht haben.

Der Vorsitzende Richter Andreas Heidrich erklärte angesichts der Beweislage und der Aussagen in seiner Begründung: „Eine Verurteilung kann ich damit nicht rechtfertigen.“ Diese Auffassung teilte auch Staatsanwalt Henrik Blaßies, der ebenso wie die Verteidiger der drei Angeklagten, Freispruch forderte. Lediglich Bastian Meyer, der die Geschädigte als Nebenklägerin anwaltlich vertrat, forderte eine Verurteilung wegen Vergewaltigung – ohne aber ein bestimmtes Strafmaß zu nennen.

Dass es schwer werden würde, zu rekonstruieren, was in jener Januar-Nacht 2018 passiert ist, war schon an den ersten zwei Prozesstagen deutlich geworden. Erst ein Jahr später hatte die junge Frau, die in einer Jugendhilfeeinrichtung im Enzkreis lebt, Anzeige erstattet.

Die Zeugen, die vor Gericht befragt wurden, konnten jeweils nur erzählen, was sie danach über die Vorkommnisse gehört hatten. Die Angeklagten schwiegen zum Tatvorwurf. Und die Aussagen der Geschädigten bei der Polizei, beim psychologischen Gutachter und vor Gericht wiesen zahlreiche Widersprüche und Abweichungen auf.

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Sven Bernhagen

Sven Bernhagen

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