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Die roten Flächen zeigen an, in welchen Regionen in Deutschland es am Donnerstag (Stand 16 Uhr) Unwetterwarnungen gibt.
16.12.2010

Warten auf den großen Schnee: Autobahnen im Nordwesten bereits lahmgelegt

"Am Donnerstag Nachmittag kommen von Nordwesten her zum Teil stärkere Schneefälle auf", meldet die Feuerwehr Pforzheim auf ihrer Webseite. Unter den Wetterwarnungen ist dort auch zu lesen, dass von Donnerstagabend bis Freitag früh in Pforzheim, dem Enzkreis und im nördlichen Schwarzwald mit stärkeren Schneefällen von 10 bis 20 Zentimeter, in höheren Lagen auch bis zu 30 Zentimeter gerechnet werden muss. Durch auflebenden Wind könne es außerdem zu Schneeverwehungen kommen. In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag hat es zumindest im verschneiten Einsatzgebiet der Polizeidirektion Calw keinen Unfall in Folge der Wetterlage gegeben. Das Winterwetter hatte allerdings in der gleichen Nacht auf einigen Autobahnen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zu kompletten Sperrungen geführt.

Bildergalerie: Eine schneereiche Nacht liegt hinter Pforzheim

Am Vormittag warnte die Pforzheimer Feuerwehr, dass der Wind böig auffrischen könnte, was zu Sturmböen bis 80 Stundenkilometer, in exponierten Gipfellagen auch darüber zu führen vermag. "Deshalb besteht die akute Gefahr von Schneeverwehungen, die auch unwetterartig sein können", so die Meldung der Feuerwehr. Währenddessen sind Autobahnen in Nordrhein-Westfalen schon teilweise Lahmgelegt und gesperrt. Die Autobahn 43 wurde wegen Eisglätte zwischen Sprockhövel und Wuppertal von der Polizei gesperrt. Auch auf der Autobahn 1 beim Leverkusener Kreuz stand der Verkehr still. Die Feuerwehr sei im Einsatz und versorge die gestrandeten Autofahrer, sagte ein Polizeibeamter.

Im Landkreis Calw musste die Polizei in der Zeit von Mitternacht bis am Morgen um acht Uhr keinen schnee- oder glatteisbedingten Verkehrsunfall bearbeiten. "Die Räumdienste haben für ordentliche Verhältnisse auf den Straßen des Landkreises gesorgt. Die Verkehrsteilnehmer planen offensichtlich die erforderliche Mehrzeit im Berufsverkehr ein", heißt es bei der Polizei. Auf ostdeutschen Autobahnen saßen dagegen hunderte Lastwagen schon in der Nacht im Schnee fest. Das Winterwetter hatte bereits am Mittwoch auf einigen Autobahnen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zu kompletten Sperrungen geführt. Wer konnte, steuerte einen Parkplatz an. Vielen Lastwagenfahrern blieb aber wegen Überfüllung der Rastplätze keine andere Wahl, als ihre Fahrzeuge auf den Standstreifen der Autobahn zu parken.

Alleine auf der Autobahn 9 bei Halle waren es 200 Laster. Auch auf der A4 bei Chemnitz und der A17 bei Dresden steckten die Brummis fest. Die A17 war am Morgen schon mehr als 24 Stunden gesperrt. Einige hundert Lastwagen waren bis zu 1,50 Meter hoch eingeschneit.

Im Westen war man vom Chaos noch weit entfernt. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte für den Morgen zwar Unwetter in Form von Schnee, Glätte und Verwehungen vorausgesagt. «Es ist die Ruhe vor dem Sturm», sagte ein Sprecher der Polizei in Recklinghausen. Der strenge Frost und die Kälte machten sich aber schon bemerkbar: In Bielefeld gab es zwei Unfälle mit zwei Schwerverletzten. Ein Sprecher aus Köln appellierte an die Autofahrer: «Die, die nicht unbedingt fahren müssen, sollen zu Hause bleiben.»

Zu Hause bleiben können auf jeden Fall die Schulkinder im hohen Norden. Im gesamten Schleswig-Holstein bleiben die öffentlichen und berufsbildenden Schulen geschlossen. Der DWD hat heftige Schneefälle und an der Küste auch starken Wind vorausgesagt, teilweise mit Böen bis zur Stärke 9. Auch in Niedersachsen können sich einige Schulkinder über das Wetter freuen. Der Landkreis Peine und die Stadt Osnabrück gaben ihnen einen Tag frei.

Auf der A2 bei Braunschweig kam am frühen Morgen ein Lastwagen ins Schlittern und kippte auf die Fahrbahn. Die Autobahn wurde in Richtung Hannover deshalb voll gesperrt. Es bildete sich ein Stau. Auch bei anderen Unfällen blieb es bei Blechschäden.

In Baden-Württemberg krachte es in der Nacht nur wenig. Seit dem Abend hatte es auf der A8 längere Staus gegeben, die sich später aber wieder auflösten. In Bayern war die A73 betroffen. Dort stand ein Lastwagen quer. Der Übergang auf die A9 in Richtung Süden wurde deshalb gesperrt.

Keine Schnee-Probleme gab es in der Mitte Deutschlands. In Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland meldeten die Behörden trockene Straßen, weil kein neuer Schnee gefallen war. Dafür kündigte Nebel vielerorts neue Niederschläge an. «Wir fangen prophylaktisch an zu streuen», sagte ein Sprecher des Lagezentrums in Bremen.

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