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© Symbolbild: dpa
08.11.2018

Warteschleife: Land überarbeitet Windkraftpläne des Regionalverbands

Enzkreis. Vorerst geht’s wohl nicht voran mit der Aufstellung des umstrittenen Teilregionalplans Windenergie. Der Regionalverband Nordschwarzwald war dabei, sogenannte Vorranggebiete für die Aufstellung von Windkraftanlagen festzulegen (die PZ berichtete). Zwischenzeitlich bestand die Gelegenheit, zu dem Entwurf Stellung zu nehmen, und mancherorts hatte sich Protest geregt. Nun kommt das Verfahren ins Stocken.

Grund dafür ist, dass das Umweltministerium Baden-Württemberg den Windenergieatlas überarbeiten wird, der unter anderem auch als Planungsgrundlage für den Teilregionalplan dient. Am kommenden Mittwoch, 14. November, tagt der Planungsausschuss des Regionalverbands in Altensteig – und soll dort über die „vorübergehende Aussetzung des Verfahrens“ entscheiden, so ist es der Tagesordnung zu entnehmen. „Sobald diese Planungsgrundlage überarbeitet ist, wird der Verband über die weitere Fortführung des Planverfahrens beraten“, heißt es weiter im Einladungsschreiben.

Laut Frank Lorho, stellvertretender Pressesprecher des Umweltministeriums, sei die Überarbeitung des Windatlasses seit rund zwei Monaten öffentlich bekannt. Die Ergebnisse würden Mitte Februar erwartet. Die Arbeit daran laufe bereits auf Hochtouren. Schließlich wolle man sich beeilen, damit laufende Regionalplanungen noch auf die Ergebnisse warten können, erklärt er. Auch wenn diese auf die einzelnen Genehmigungsverfahren keine Auswirkungen hätten. Dafür seien jeweils die Gegebenheiten vor Ort ausschlaggebend.

Der bisherige Windatlas stamme aus dem Jahr 2011, sagt Lorho. „Man hat die Daten berücksichtigt, die damals verfügbar waren.“ Zwischenzeitlich gebe es weit mehr Windenergieanlagen – und damit mehr verlässliche Daten von verschiedenen Standorten, die in die Berechnungen und Modelle einfließen können. Dadurch soll die Prognose für die einzelnen Gebiete genauer werden, als es bislang möglich war, so der Sprecher: „Es war an der Zeit, das zu aktualisieren.“ Schließlich solle der Atlas ermöglichen, möglichst dort nach Standorten zu suchen, wo am ehesten ausreichend Wind zu erwarten ist. Welche Auswirkungen die neuen Berechnungen auf das Gebiet des Nordschwarzwalds haben werden, könne er zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen, so Lorho. „Es wäre Kaffeesatzleserein, da jetzt eine Prognose abzugeben.“

Direktor hat gemischte Gefühle

Matthias Proske, Direktor des Regionalverbands Nordschwarzwald, geht indes nicht davon aus, dass der überarbeitete Windatlas große Änderungen mit sich bringt. „Ich glaube nicht, dass der Wind plötzlich woanders weht“, so Proske auf PZ-Anfrage. Wenn sich diese Einschätzung bestätige, könne seine Behörde nach der drohenden Zwangspause die Arbeit nahtlos fortsetzen.

Dass der Regionalverband die Pläne für die Windvorranggebiete nun höchstwahrscheinlich für einige Monate ruhen lassen muss, sieht der Verbandsdirektor mit gemischten Gefühlen: Er nennt einerseits die drohende Zwangspause bis Anfang nächsten Jahres, andererseits positiv die genaueren Winddaten durch die Überarbeitung des Umweltministeriums. Der Windatlas sei eine wesentliche Planungsgrundlage, so Proske weiter.