nach oben
Das Thema Montagspost beschäftigt die PZ-Leser. Kritische Zuschriften befassen sich mit den Arbeitsabläufen des Unternehmens. Foto: dpa-Archiv
Das Thema Montagspost beschäftigt die PZ-Leser. Kritische Zuschriften befassen sich mit den Arbeitsabläufen des Unternehmens. Foto: dpa-Archiv
12.12.2016

„Warum bleibt montags oft der Briefkasten leer?“ Teil 2

Erst vor Kurzem ist die PZ der Frage nachgegangen, warum der Briefkasten montags oft leer bleibe. Einige PZ-Leser blieben hartnäckig und zeigen sich nach wie vor skeptisch: Das mit dem leeren Montagsbriefkasten sei ärgerlich. Doch es gibt Hoffnung. Und so stellt die PZ-Redaktion die Frage noch einmal.

Ein gutes Beispiel dafür, dass die Rubrik „PZ-Leser wollen’s wissen“ intensiv zur Kenntnis genommen wird und auch für Zündstoff sorgt, war vor einigen Tagen der Beitrag mit der Fragestellung „Warum bleibt montags oft der Briefkasten leer?“ Zur Erinnerung: Pressesprecher Hugo Gimber von der Deutschen Post AG hatte argumentiert, dass nur noch ein Bruchteil des Aufkommens auf den Montag entfalle, gleichwohl aber diese Restmenge am Montag ausgetragen werde. Über Jahre hinweg könne sich zwar der subjektive Eindruck verdichten, dass die Post montags nicht mehr tätig sei. Allerdings täusche diese Annahme definitiv. Die Post sei vielmehr sogar gesetzlich verpflichtet, montags die Post zuzustellen. Doch den Beteuerungen will so mancher Leser einfach nicht glauben.

Frank Böckler, der ein Maklerbüro in Pforzheim hat, unterstreicht, dass es seit Jahren bei der Montagspost mau aussieht. Also vereinbarte die Redaktion mit ihm einen kleinen Test. An der Postfiliale an der Bahnhofstraße in Mühlacker stehen gleich zwei Postkästen, die am Samstag letztmalig um 12 Uhr mittags geleert werden. Dort warf PZ-Redakteur Peter Marx am vorletzten Wochenende einen Standardbrief für 70 Cent um 11 Uhr ein, der doch tatsächlich im Laufe des Montagvormittags das an der Berliner Straße in Pforzheim angesiedelte Büro erreichte. Ein Zufall? Gar eine besondere Postdienstleistung, weil die PZ zuvor über das Thema berichtet hat?

Frank Böckler wollte es nun ganz genau wissen und schritt selbst zur Tat. Also warf er abhängig von den letztmaligen Wochenendleerungsterminen jeweils einen Standardbrief in Engelsbrand, seinem Wohnort, sowie in Bad Herrenalb und Bad Wildbad ein. Und siehe da: Alle drei Briefe erreichten am Montagvormittag sein Immobilienbüro in Pforzheim. Böckler ist begeistert: „Ein perfekter Service, alles ist in der Spur.“

Immerhin: Einiges hat sich bei der Deutschen Post AG in den zurückliegenden Jahren sicherlich verändert. Darauf hat auch die Wirtschaftspresse immer wieder hingewiesen. Früher beispielsweise waren die erwähnten gelben Kästen vor der Postfiliale in Mühlacker mit einem roten Punkt versehen. Diese Markierung wird verwendet für Behälter, die auch an Sonn- und Feiertagen geleert werden. Von den einst bundesweit 11.000 Briefkästen mit rotem Punkt sind nur noch 2000 übrig geblieben. Denn das Aufkommen sei übers Wochenende so niedrig, dass sich der teure Sonntagsservice nicht mehr rechne. Gegenüber „Focus“ und „Rheinischer Post“ hatte die Post unterstrichen: „Mit den Einsparungen vermeiden wir Sonntagsarbeit und können das gespart Geld in den Ausbau unserer Verteilzentren stecken.“

Die Vorgeschichte:

PZ-Leser wollen’s wissen: „Warum bleibt montags oft der Briefkasten leer?“ (Teil 1)