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Dobler lauschen den Liedern von Nima (oben) und seinem Begleiter Balint Santa.  Foto: Meister 

Warum sich für einen Iraner ein Traum auf einem Dobler Balkon erfüllt

Dobel. Es hat etwas Eindrucksvolles, wenn Ebrahim Omid Bakhtiari inbrünstig seine Stimme in die Weite des Dobler Burkhardtsfelds verteilt. Bakhtiari, genannt Nima, steht dabei auf einem Balkon und lässt mit seinen musikalischen Einlagen die derzeitige Corona-Krise in den Hintergrund rücken. Sicherlich hätte Nima am vergangenen Mittwoch mehr Zuschauer verdient gehabt, doch aufgrund des Versammlungsverbots haben sich nur wenige Zuhörer eingefunden. Auf entfernten Terrassen ist Applaus zu hören, was Nima mit einem Verbeugen dankt.

Im Gegensatz zu anderen Balkonkonzerten in der Republik, ist das Dobler speziell. Das Musikerehepaar Bärbel Ganster und Balint Santa hat den Auftritt ermöglicht. Nima hatten die beiden 2019 in Saarbrücken kennengerlernt. 2018 kam er aus dem iranischen Ahvaz nach Deutschland und ist anerkannter Flüchtling. Im Iran schloss er ein Studium als Maschinenbauingenieur ab. Doch seinen großen Traum westliche Lieder zu singen, blieb ihm im Iran verwehrt. Kurz vor der Ausgangsbeschränkung holte das Paar den Iraner zu sich nach Dobel.

„In Saarbrücken wäre er alleine in seinem Zimmer gesessen, da der Deutschkurs derzeit nicht stattfindet“, so Bärbel Ganster. Nun gibt es für Nima täglich Deutsch- und Musikunterricht. „An Balkonkonzerte hatten wir zu Beginn nicht gedacht, doch für Nima ist dies eine gute Gelegenheit seinem Traum nachzugehen“, so Ganster.

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