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Diskussionen gibt es zwar immer wieder: Noch hat im Land aber keine Kommune Interesse an der Pferdesteuer.
Diskussionen gibt es zwar immer wieder: Noch hat im Land aber keine Kommune Interesse an der Pferdesteuer.
13.09.2016

Was hält man in Schömberg von einer Pferdesteuer? Wir haben nachgefragt

Enzkreis/Kreis Calw. Angesichts leerer Kassen, ständiger Sparrunden und immer neuer Gebührenerhöhungen kommt manch einer auf außergewöhnliche Ideen, um das Finanzpolster der Gemeinde zu verbessern. Die Pferdesteuer wäre doch ein Weg, um das Geld quasi in die Kassen galoppieren zu lassen. Aber in den Rathäusern hält man sich eher zurück und die Reitvereine warnen – obwohl es Bürger gibt, die eine Pferdesteuer für überfällig halten.

Der Schömberger CDU-Fraktionschef Joachim Zillinger fragte kürzlich in einer Gemeinderatssitzung, ob man im Rathaus schon einmal über die Einführung der Pferdesteuer nachgedacht habe. In einem Info-Heft für Kommunalpolitiker sei er auf das Thema gestoßen, die Ausführungen seien sehr interessant gewesen. Interessant auch für Schömberg, das bekanntermaßen einen strikten Konsolidierungskurs fahren muss?

Umfrage

Wäre eine Pferdesteuer aus Ihrer Sicht sinnvoll für Gemeinden in der Region?

Ja 46%
Nein 54%
Stimmen gesamt 543

Bürgermeister Matthias Leyn winkte jedoch ab: Im Rathaus beabsichtige niemand, eine Pferdesteuer einzuführen. Auch auf Nachfrage der „Pforzheimer Zeitung“ blieb er bei dieser Linie. „Wir haben keine Veranlassung, etwas in dieser Richtung zu unternehmen“, so Leyn. In Schömberg gebe es zwar einige Pferde – aber ob sich der organisatorische Aufwand tatsächlich lohnen würde, sei fraglich. Man müsse bei einer neuen Steuer immer ausgiebig das Für und Wider besprechen. Auch Joachim Zillinger betont auf Rückfrage, dass es keine konkreten Pläne gebe. „Bevor eine neue Steuer käme, müsste man wirklich jede andere Sparmöglichkeit ausgereizt haben.“

Andererseits: Bei geschätzt 120 Pferden in Schömberg würde eine solche Abgabe natürlich schon helfen, das Defizit zu senken. Aber Zillinger weiß auch: „So etwas kann man nur im Verbund machen, sonst schießt man sich selbst ins Knie.“ Sprich: Pferdebesitzer würden in Steueroasen ausweichen und ihre Vierbeiner einfach in Gemeinden unterbringen, in denen die Haltung kostenlos ist. Dann hätte man nichts gewonnen – außer dem Ärger mit Reitern.

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