760_0900_139956_ROL_FORSCHUNGSPROJEKT_BRUCHBACH_1.jpg
Für den Bach im Einsatz: Michael Stein, Ronny Prager und Harry Faaß (von links) entnehmen Proben. Alle drei gehören zu den Bachpaten des Anglervereins Karlsruhe und kümmern sich ehrenamtlich um den Kämpfelbach.  Foto: Roller 

Wasserqualität untersucht: Forschungsgruppe am Steiner Bruchbach unterwegs

Königsbach-Stein. Mit Keschern und Eimern sind sie im Bach unterwegs und entnehmen Proben, die sie anschließend unter der Lupe, unter dem Mikroskop, mit Hilfe eines mobilen Labors und festgelegter Parameter untersuchen. Rund ein Dutzend Ehrenamtliche haben sich am Samstag an einem Bürgerforschungsprojekt mit den Namen „Flow“ beteiligt.bachs.

Vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) gemeinsam mit dem Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) und dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) organisiert und vom Bundesforschungsministerium gefördert, soll es den ökologischen Zustand des Bruchbachs untersuchen. Am Ortsausgang von Stein, beim Bolzplatz an der Heimbronner Straße, haben die Ehrenamtlichen ihre Forschungsstation eingerichtet. Beteiligt sind auch die Bachpaten des Anglervereins Karlsruhe, die den Kämpfelbach in- und auswendig kennen. Seit vielen Jahren nehmen sie zweimal pro Jahr Wasserproben, auch am Bruchbach. „Ich finde diese Kooperation eine tolle Sache“, sagt Volker Molthan, der Mitglied im wissenschaftlichen Beirat des BUND ist und das Projekt zusammen mit der BUND-Regionalverbands-Vorsitzenden Susanne Duffing leitet. „Wir alle wollen, dass der Bach gesund ist.“

Arten werden bestimmt

Gearbeitet wird in drei Gruppen. Eine hat mit Keschern die Tiere eingefangen, um unter der Lupe und dem Mikroskop die Arten zu bestimmen. Gefunden haben sie fast ausschließlich Tierarten, die auch dann überleben, wenn Pestizide im Gewässer vorhanden sind. Molthan spricht von sogenannten „pestizidtoleranten Arten“, zu denen auch der Bachflohkrebs gehöre. Pestizidempfindliche Tiere wie Libellenlarven oder Eintagsfliegenlarven wurden dagegen nicht gefunden. Aber, das betonen Molthan und die Bachpaten, daraus könne man nach der ersten Messung nicht zwangsläufig folgern, dass es in dem Bach viele Pestizide gebe.

Am Samstag, 2. Juli, soll es einen weiteren Termin geben. Wer mitarbeiten möchte, meldet sich unter: bund.nordschwarzwald@bund.net.