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Spatenstich für den Bau umfangreicher Erschließungsmaßnahamen im Zusammenhang mit dem Flurneuordnungsverfahren in Mutschelbach (von links): Bürgermeister Jens Timm, Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch, Ortsvorsteher Roni Lörch, Axel Fürniß und Martin Mußgnug. Foto: Weber
Spatenstich für den Bau umfangreicher Erschließungsmaßnahamen im Zusammenhang mit dem Flurneuordnungsverfahren in Mutschelbach (von links): Bürgermeister Jens Timm, Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch, Ortsvorsteher Roni Lörch, Axel Fürniß und Martin Mußgnug. Foto: Weber
12.07.2017

Wegenetz in Mutschelbach wird ausgebaut

Karlsbad-Mutschelbach. „Die Flurneuordnung ist ein wichtiges Instrument einer neuen, infrastrukturellen Gestaltung. Eine gute Anbindung an das Wegenetz und wirtschaftlich sinnvolle Grundstücksgrößen und -zuschnitte sind Grundvoraussetzungen für den Erfolg in der heutigen Landwirtschaft. Dabei ist es stets unser Ziel, nachhaltige Strukturen für Mensch und Natur zu schaffen“, so Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch (CDU) vom „Ministerium für ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg“ beim Spatenstich für das neue Wege- und Wassernetz zur Flurneuordnung in Karlsbad-Mutschelbach.

Der sechsspurige Ausbau der A 8 war für das bereits 2009 angelaufene Flurneuordnungsverfahren im Karlsbader Ortsteil Impulsgeber. Die Gesamtfläche beläuft sich auf 413 Hektar. Betroffen davon sind etwa 600 Grundstückseigentümer mit insgesamt immerhin 2200 Grundstücken. Karlsbads Bürgermeister Jens Timm sprach von einem generationsübergreifenden Ereignis, das insbesondere zeitgerechte Bewirtschaftungsmöglichkeiten an den Grundstücken sowie einen deutlich verbesserten Gewässerschutz bringe.

Für die neue Autobahntrasse wurden etwa 13,5 Hektar zusätzliche Fläche beansprucht. Um diesen Landverlust für die Eigentümer sozialverträglich zu gestalten und Enteignungen zu vermeiden, wurden diese ursprünglich privaten Flächen in die Flurneuordnung eingebunden. Gleichzeitig haben Bund und Gemeinde Flächen gekauft und ins Verfahren eingebracht.

Mit dem Spatenstich starten jetzt die notwendigen Infrastrukturmaßnahmen über das Gesamtareal. So werden laut Projektleiter Jürgen Pilz vom Flurbereinigungsamt rund sieben Kilometer Asphaltwege, drei Kilometer Schotterwege und zwei Kilometer Rasenverbundsteinwege ausgebaut. Hinzu kommen rund acht Kilometer an neuen Grünwegen, 3,4 Hektar landschaftspflegerische Maßnahmen und drei Kilometer an Gräben und Mulden, um die aktuell noch bestehende Überflutungsproblematik zu beheben.

„Dies alles mit dem Ziel, die Landwirtschaft, den Naturschutz und den Gewässerschutz unter einen Hut zu bringen“, so Professor Jörg Menzel als Vertreter des Landkreises, der die bisher völlig reibungslose Zusammenarbeit mit der Teilnehmergemeinschaft der Grundstücksbesitzer unter Vorsitz von Martin Mußgnug lobte.

Die Gesamtkosten sind mit rund 2,8 Millionen Euro veranschlagt. Für die Teilnehmergemeinschaft entsteht allerdings eine recht günstige Finanzierungssituation – bezahlt doch der Bund aufgrund der Autobahn rund 1,6 Millionen, das Land 945.000 Euro und die Gemeinde 200.000 Euro. Der Teilnehmergemeinschaft verbleiben damit etwa 50.000 Euro als Kosten. Günstig gestaltet sich auch der Flächenabzug, der bei rund sechs Prozent liegen soll. Die grundbuchmäßige Zuteilung der Flächen ist für das Jahr 2020 geplant.