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Den in Göbrichen untergebrachten Flüchtlingskindern bescherten am Heiligen Abend unter anderem Sead und Silvia Karic (hinten 5. und 7. von links) mit Tochter Nejla (8. von links) eine Freude. Foto: Dietrich
Den in Göbrichen untergebrachten Flüchtlingskindern bescherten am Heiligen Abend unter anderem Sead und Silvia Karic (hinten 5. und 7. von links) mit Tochter Nejla (8. von links) eine Freude. Foto: Dietrich
27.12.2015

Weihnachtsfest mit Flüchtlingen in Göbrichen

Während andere sich zu Hause auf Weihnachten vorbereiteten, verbrachten knapp zehn Ehrenamtliche den Nachmittag des Heiligen Abend in der Unterhalle der Büchighalle Göbrichen, um mit den rund 80 in der dort angrenzenden zentralen Zeltunterkunft wohnenden Flüchtlingen zu feiern. Silvia Karic aus Göbrichen hatte die Idee, bei dieser Gelegenheit zusammen mit ihrem Mann Sead die 25 Flüchtlingskinder im Alter von zwei bis 18 Jahren zu beschenken.

Für die kleineren gab es einen Teddybären und einen Schokoladen-Nikolaus sowie für die älteren einen Kugelschreiber mit Notizblock und ebenfalls einen Nikolaus. Zusammen mit ihren zwei Schwestern und ihrer Mutter hatte Silvia Karic elf verschiedene Kuchen gebacken, die binnen kurzer Zeit alle verteilt und verzehrt waren. Sie hatte dazu Kaffee und Tee ausgeschenkt.

Man sah den Kindern und ihren Eltern die Freude über die Geschenke und den schönen Nachmittag sichtlich an. Dem Bosnier Sead Karic gelang vor zwei Jahrzehnten, während des Balkankrieges, eine aufreibende Flucht unter großen Gefahren, wonach er in Deutschland eine neue Heimat fand. Karic ist daher ein gutes Beispiel dafür, was Krieg und Flucht bedeutet. Er hat dies nicht vergessen, auch nicht, wie freundlich er damals in Deutschland aufgenommen wurde. Daher wollte das Ehepaar Karic mit Tochter Nejla Menschen helfen, die jetzt in derselben Lage sind, wie Sead Karic vor 20 Jahren.

Bei Gesellschaftsspielen wie „Mensch ärgere dich nicht“, Basteln mit Playmais und Stricken verging der Nachmittag wie im Fluge. Durch manche Ehrenamtliche, die englisch und bedingt auch arabisch sprechen, besteht auch die Möglichkeit zur Kommunikation mit den Flüchtlingen. Manche von ihnen können mittlerweile auch ein bisschen deutsch sprechen.

Seit November diesen Jahres hat sich für die Flüchtlinge in der Unterhalle der Büchighalle jeden Donnerstag von 15.30 bis 17.30 Uhr ein Treff etabliert, der ähnlich abläuft, wie derjenige an Heiligabend. Er wird im Schnitt von acht bis zehn Ehrenamtlichen betreut. Hierzu dürfen auch Kuchenspenden abgegeben werden.

Indes war auch zu erfahren, das wer Flüchtlingen Kleidung schenken will, diese nicht in die Gemeinschaftsunterkunft bringen solle, sondern in der zentralen Kleiderkammer in der Astrid-Lingen-Schule in Nußbaum dienstags zwischen 14 bis 16 Uhr abgeben kann. Dadurch kann von dort aus besser individuell verteilt werden. Benötigt würden vor allem Winterjacken sowie Turnschuhe für Kinder und Jugendliche, die in die Sportvereine und den Turnverein integriert werden.