nach oben
So müsste es überall aussehen: Bei dieser Nobling-Sorte sieht man vor lauter Trauben den Rebstock nicht mehr, wie Öko-Winzer Gerhard Neye auf seinem Weinberg in Dietlingen zeigt.  Ketterl
So müsste es überall aussehen: Bei dieser Nobling-Sorte sieht man vor lauter Trauben den Rebstock nicht mehr, wie Öko-Winzer Gerhard Neye auf seinem Weinberg in Dietlingen zeigt. Ketterl
23.08.2017

Weingüter in der Region stehen in den Startlöchern zur Ernte

Der Frost im April dieses Jahres erschütterte viele Weinbauer in der Region: Ein erster Blick durch die Reben ließ hohe Ernteausfälle vermuten. Jetzt, vier Monate später, stehen die Winzer in den Startlöchern zur Weinlese.

Was hat der Frost in den Weinbergen angerichtet?

Durch den Frost im April sind die grünen Knospen an den Reben erfroren. Die Folge sind teils massive Ernteausfälle. Im optimalen Zustand würde der Winzer die Verbindung zwischen den Rebstöcken vor lauter Früchten nicht mehr sehen.

Welche Sorten sind besonders betroffen? Vor allem die frühblühenden Sorten hat der Frost hart getroffen, da bei ihnen im April bereits viele Triebe vorhanden waren, die erfrieren konnten. Die Schäden sind also sortenabhängig, eine Rolle spielt aber auch die Lage des Weinbergs. Bei Öko-Winzer Gerhard Neye in Dietlingen hat es den Muscaris schwer erwischt. Neye spricht von 80 Prozent Ernteausfall. Auch Schwarzriesling, Spätburgunder und St. Laurent verzeichnen Einbußen. Mit einem blauen Auge davongekommen sind der spätblühende Riesling und eine Nobling-Sorte. Beim Nachbargut Bischoff sieht es ähnlich aus: Beim Riesling rechnet Robin Bischoff mit maximal 30, beim Chardonnay mit 60 Prozent Ernteausfall. Spätburgunder und Lemberger mit 80 und 90 Prozent schmerzen dem Weinbauer.

Im Nachbarort Ellmendingen sieht es wieder ganz anders aus: Rudi Armbruster vom Weingut Weinstein schätzt seinen Müller-Thurgau als fast nicht betroffen ein, er rechnet mit Gesamtausfällen von rund 20 Prozent.

Die prophezeit auch Christian Häußermann vom gleichnamigen Weingut in Sternenfels-Diefenbach. Bei ihm haben vor allem Trollinger und Lemberger sehr gelitten. Bei Frank Jaggys Weinberg in Ötisheim-Schönenberg sind Reberger, Spätburgunder und Lemberger in unteren Lagen betroffen, der Trollinger wird annähernd einen normalen Ertrag bringen.

Mehr lesen Sie am Donnerstag in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.