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30.08.2012

Weiterer A8-Ausbau und Westtangente gefährdet

Pforzheim/Stuttgart. Eigentlich war alles klar für den aktuellen sechsspurigen Ausbau der Autobahn bei Remchingen und den geplanten Bau der Pforzheimer Westumfahrung von der Wilferdinger Höhe ins Brötzinger Tal.

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Doch nun hat Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) ein Schreckensszenario gezeichnet. Aus dem angestrebten Bau der Westtangente im Jahr 2014 werde wohl nichts, befürchtet der Landesminister. Grund: Der Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) habe ihm mitgeteilt, dass der Bund die Mittel für den Straßenbau drastisch kürzen werde. „Ich sehe derzeit keine Spielräume für Neubeginne in Baden-Württemberg“, schrieb Ramsauer dem Landesminister in einem Brief, der der PZ vorliegt.

„Keine neuen Projekte möglich“

Bildergalerie: Verwirrung um Westtangente: Kommt sie oder kommt sie nicht?

Für die laufenden Projekte würden noch 900 Millionen Euro benötigt, so Ramsauer. Von 2012 bis 2016 könne er Baden-Württemberg aber insgesamt lediglich 450 Millionen Euro überweisen. Neue Baumaßnahmen wie die seit langem ersehnte Westtangente in Pforzheim sind deshalb in den kommenden Jahren kaum möglich.

Dem Landesminister Hermann tut das in der Seele weh, hatte das Land doch mit einem ausgeklügelten Verfahren eine allseits anerkannte Reihenfolge für neue Bundesstraßenprojekte entwickelt. Die Westtangente erreichte unter den 20 Vorhaben Platz zwei. Pforzheim hatte bisher beste Chancen, dass die Umgehung 2014 in Angriff genommen wird. Doch Peter Ramsauer spielt nicht mit: „Diese Zeitschiene kann ich nicht bestätigen.“

Auch bei den bereits gestarteten Modernisierungen von Autobahnen und Bundesstraßen werde drastisch gekürzt, so ein Sprecher des Landesverkehrsministeriums. „Wichtige Baumaßnahmen wie der Ausbau der A 8 zwischen Karlsbad und Pforzheim würden sich erheblich verzögern“, sagt Hermann. Das Land werde wohl solche laufenden Sanierungen „teilweise unterbrechen oder verzögern“ müssen, so der grüne Verkehrsminister im Antwortschreiben an Ramsauer.

„Das wäre für die betroffenen Bürgerinnen und Bürger sowie die betroffene Wirtschaft ärgerlich und nicht nachvollziehbar“, so Winfried Hermann. Es wäre allerdings „extrem unwirtschaftlich“, wenn sich zum Beispiel der Ausbau der A 8 bei Karlsbad, Remchingen und Pforzheim in die Länge ziehen würde.

Leidtragende sind dann die Autofahrer, die jahrelang durch Baustellen und Staus müssen. Eigentlich sollte dort bis Anfang 2015 die rund zehn Kilometer lange Strecke fertig werden.

Der drohende Stillstand beim Straßenbau hat die Region alarmiert. CDU-Bundestagsabgeordneter Gunth er Krichbaum kündigte Widerstand gegen Ramsauers Pläne an

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