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07.02.2010

Welle der Hilfsbereitschaft nach Großbrand auf "Schafhof"

ISPRINGEN. „Dass die Stallungen noch stehen, ist ein Wunder“, sagt Hans Sichermann vom Ispringer „Schafhof“. Kühe, Schafe und Pferde sind mit dem Schrecken davongekommen, und auch das technische Gerät blieb davon verschont, beim Großbrand am Freitagabend ein Raub der Flammen zu werden.

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Zu verdanken ist dies einem südöstlichen Wind, der die Flammen von den Ställen weggedrückt hat, und auch der Regen in der Nacht zum Samstag war segensreich. Vom Wohn-, Büro- und Lagergebäude wenige Meter daneben hat der Großbrand in dem landwirtschaftlichen Familienbetrieb der Sichermanns praktisch nichts übrig gelassen. „Das allerwichtigste jedoch: Wir sind alle heil aus dem brennenden Haus gekommen“, sagt Hans Sichermann.

Ein ruhiger Freitagabend nach arbeitssamer Woche hatte es werden sollen. Da bemerkt Sichermann einen leichten Brandgeruch, der allerdings auch vom Ofen hätte stammen können. Er forscht nach der Ursache und bemerkt im Kühlraum Flammen. Sofort wird die Feuerwehr alarmiert, eigene Löschversuche sind aussichtslos, die Flammen greifen rasend um sich. Den Familien von Hans Sichermann und seinem Sohn Hans-Georg bleibt gerade Zeit, das Haus zu verlassen, irgendetwas mitzunehmen ist unmöglich. „Das Licht ging aus, alles war voll schwarzen Rauchs, man hat nichts mehr gesehen“, sagt Hans-Georg Sichermann, der in Sorge um seine 82-jährige Großmutter, die auch im Haus lebt, die Räume durchsuchte. Vater Hans Sichermann hatte seine Mutter jedoch bereits durch das Küchenfenster in den Hof und damit in Sicherheit gebracht.

Vollen Lobes ist Sichermann für die Feuerwehren, die aus Ispringen und zahlreichen weiteren Orten angerückt waren. „Die Löscharbeiten hätten nicht besser laufen können“, so der Landwirt. Zwar ist der Hof, der allein auf weiter Flur steht, nicht an die öffentliche Wasserversorgung angeschlossen. „Aber wir hatten volle Zisternen, und so gab es ausreichend Löschwasser.“ Weiteres Wasser wurde mit einem Löschfahrzeug aus einem Hydranten beim Friedhof in Ispringen herangeschafft. Bis in die frühen Morgenstunden kämpften die Wehren gegen das Feuer, dem auch 1.500 Kisten aus Holz und Plastik reichlich Nahrung gegeben hatten.

Die sechs Familienmitglieder sind bei Freunden untergekommen, aber schon am Samstagmittag hatte Hans Sichermann in einem Bauwagen eine provisorische Unterkunft vor Ort bezogen. Am Montag sollen Container aufgestellt werden, in die die Familien einziehen, denn allein lassen können und wollen die Landwirte ihren Betrieb auch in der Nacht nicht.

Überwältigt sind die Sichermanns von der Hilfsbereitschaft, die ihnen nach dem schweren Schicksalsschlag entgegengebracht wird. Freunde, Bekannte und zahlreiche Kunden ihres Hofladens haben bereits Hilfe angeboten oder Utensilien von Kleidungsstücken bis zur Kaffeemaschine vorbeigebracht, denn der gesamte Hausrat ist verbrannt. Auch Bundestagsabgeordneter Gunther Krichbaum und der designierte Ministerpräsident Stefan Mappus haben sich bereits vor Ort ein Bild von dem Unglück auf dem Schafhof gemacht. „Die große Unterstützung von so vielen Seiten tut gut“, sagt Hans Sichermann, der sich nicht unterkriegen lassen will. Gemeinsam mit seiner Familie will Sichermann umgehend daran gehen, das Wohn- und Arbeitsgebäude wieder aufzubauen. Da gilt es schnell anfangen, denn mit Beginn der Vegetationsperiode gibt es auf dem Bauernhof auch ohne die zusätzlichen Wiederaufbauarbeiten schon genug zu tun.

Der Trägerverein des „Bürgerhauses Regenbogen“ in Ispringen möchte die Familie Sichermann unterstützen und ruft dafür zu Spenden auf. Überweisungen können an das „Bürgerhaus Regenbogen“, Kontonummer 3156661 bei der Volksbank Pforzheim, Bankleitzahl 666 900 00, mit dem Stichwort „Schafhof“, vorgenommen werden.