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Der Gräfenhausener Professor  Bernd Böttiger (vorne rechts neben dem Sanitäter) und seine Mitstreiter haben an der Uniklinik in Köln einen Weltrekord in Wiederbelebung aufgestellt und es damit in Guinness-Buch der Rekorde geschafft.
Der Gräfenhausener Professor Bernd Böttiger (vorne rechts neben dem Sanitäter) und seine Mitstreiter haben an der Uniklinik in Köln einen Weltrekord in Wiederbelebung aufgestellt und es damit in Guinness-Buch der Rekorde geschafft.
29.09.2016

Weltrekordler in Wiederbelebung

144 Menschen aus 74 Nationen haben in der „Woche der Wiederbelebung“ nacheinander ununterbrochen an einer Puppe mit je 60 Brustkorbkompressionen und maximal fünf Sekunden Unterbrechung reanimiert.

Um den Rekord zu knacken, brauchte es Teilnehmer aus mindestens 32 Nationen, die eine korrekte Herzdruckmassage durchführen.

„Ich bin zutiefst berührt und sehr stolz, wie viele unterschiedliche Menschen sich hier gemeinsam eingesetzt haben – mit einer klaren, wichtigen Botschaft“, freut sich Böttiger, der in Köln Direktor der Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin ist. Seine medizinische Karriere hat er am Krankenhaus in Mühlacker gestartet (die PZ hat berichtet), setzt sich seit langem dafür ein, die Bereitschaft zur Wiederbelebung in den Köpfen der Menschen zu verankern.

Jedes Jahr sterben in Deutschland rund 50 000 Menschen am plötzlichen Herztod. Etwa 10 000 davon könnten gerettet werden, wenn die Betroffenen nach einem Kreislaufstillstand von Laien vor Ort sofort eine Herzdruckmassage bekommen würden, bis der Rettungsdienst eintrifft. Aber nur 30 Prozent der Deutschen trauen sich das zu und ergreifen die notwendigen Maßnahmen. In den meisten anderen europäischen Ländern liegt die Rate deutlich höher. „Viele haben Angst, etwas falsch zu machen“, sagt Böttiger, „aber auch Ungeübte können die Überlebenschancen ganz leicht verdoppeln oder verdreifachen. Nach dem Prinzip ‚Prüfen, Rufen, Drücken‘.“