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Spiegelglatt waren viele Straßen in Baden-Württemberg zwischen Donnerstagabend und Freitagmorgen. Während es bis 7 Uhr in Pforzheim und im Enzkreis vergleichsweise wenig krachte, gab es im Landkreis Karlsruhe eine enorme Glätteunfallserie.
Spiegelglatt waren viele Straßen in Baden-Württemberg zwischen Donnerstagabend und Freitagmorgen. Während es bis 7 Uhr in Pforzheim und im Enzkreis vergleichsweise wenig krachte, gab es im Landkreis Karlsruhe eine enorme Glätteunfallserie. © dpa
Reichlich Salz musste in der Nacht von Donnerstag auf Freitag auf den Straßen in der Region gestreut werden. Regen war auf den Straßen zu Eis gefroren. Trotzdem blieb die Region weitgehend von einer Unfallserie verschont. Die gab es dagegen im Landkreis Karlsruhe.
Reichlich Salz musste in der Nacht von Donnerstag auf Freitag auf den Straßen in der Region gestreut werden. Regen war auf den Straßen zu Eis gefroren. Trotzdem blieb die Region weitgehend von einer Unfallserie verschont. Die gab es dagegen im Landkreis Karlsruhe. © dpa
14.12.2012

Wenig Unfälle im Enzkreis, Crashserie in Karlsruhe

Bei etlichen Unfällen auf spiegelglatten Straßen in Baden-Württemberg hat es seit Donnerstagabend einen Toten und zahlreiche Verletzte gegeben. Im Ostalbkreis starb ein 78-Jähriger beim Zusammenprall mit einem Bus. Während es im Einsatzbereich der Polizeidirektion Pforzheim relativ ruhig blieb und nur im westlichen Enzkreis gehäuft zu Blechschäden kam, verzeichnete die Polizei allein im Landkreis Karlsruhe bis zum frühen Freitagmorgen 48 Unfällen aufgrund von Regen und Glatteis.

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Bis 3.30 Uhr wurden bei der Unfallserie im Landkreis Karlsruhe zehn Menschen zum Teil schwer verletzt. Es entstand ein Schaden von rund 160.000 Euro. Ganz anders dagegen die Situation in Pforzheim und im Enzkreis. Zum Vergleich: Bis 3.30 Uhr gab es im Bereich der Polizeidirektion Pforzheim nur 7 witterungsbedingte Unfälle mit einem Sachschaden in Höhe von rund 36.000 Euro. 4 weitere ereigneten sich dann in den Stunden danach bis 7 Uhr.

Auffällig dabei: Aus den Höhenlagen, wo eher mit Schnee und Kälte zu rechnen ist, wurde der Polizei kein Unfall gemeldet. Schwerpunkt der Unfälle ist der Raum Remchingen. Hier wird nach Auskunft der Polizei auf den Nebenstraßen wenig oder gar nicht gestreut. Von den 4 Unfällen im frühen Berufsverkehr nach 3.30 Uhr fanden 3 in Remchingen und 1 in Kämpfelbach statt. Trotzdem scheinen sich die Autofahrer in der Region eher an das Wetter angepasst zu haben.

Das gilt auch für den Landkreis Calw. Bis 3.30 Uhr am Freitagmorgen gab es nur vier witterungsbedingte Verkehrsunfälle mit rund 10.000 Euro Sachschaden. Im Berufsverkehr wurde am Morgen bis um 7 Uhr ein weiterer Blechschaden im Bereich Wildberg gemeldet. Nach ersten Einschätzungen der Polizei in Calw fahren die Verkehrsteilnehmer „erfreulich vorsichtig und haben sich offensichtlich auf die schwierigen Witterungsverhältnisse eingestellt“.

Auch in Stuttgart meldete die Polizei bis zum frühen Freitagmorgen nur zehn Glätteunfälle mit Blechschäden. In den Regierungsbezirken Tübingen und Freiburg kam es nach ersten Angaben der Polizei ebenfalls zu vergleichsweise wenigen Unfällen - zumeist nur mit Blechschäden.

Beim tödlichen Unfall im Ostalbkreis war am Donnerstagabend ein Autofahrer auf der B298 zwischen Spraitbach und Mutlangen (Ostalbkreis) mit seinem Wagen seitlich in einen Bus gerutscht, wie die Polizei in Aalen berichtete. Der 78-Jährige starb noch an der Unfallstelle. Der Fahrer und die sieben Fahrgäste des Busses kamen mit dem Schrecken davon. Die Bundesstraße musste für zwei Stunden voll gesperrt werden.

Im schwäbischen Waldenbuch (Kreis Böblingen) verlor ein Paketlieferant die Kontrolle über seinen Transporter und landete in einem Bachbett. Der 27-Jährige konnte sich unversehrt aus dem auf dem Dach liegenden Wagen befreien. Die aufwendigen Bergungsarbeiten dauerten jedoch mehrere Stunden.

Die A9 in Bayern blieb laut Polizei nach einem tödlichen Unfall bei Leupoldsgrün in Richtung Norden für mehrere Stunden gesperrt. Ein 34-jähriger Mann war mit einem anderen Auto zusammengeprallt. Er starb an seinen schweren Verletzungen.

Die Streudienste waren bereits früh unterwegs und haben auf den Hauptverkehrsadern in der Region Nordschwarzwald für ordentliche Straßenverhältnisse gesorgt. Die Feuerwehr Pforzheim hatte eine amtliche Warnung vor Glätte vom Deutschen Wetterdienst herausgegeben. Bis zum Freitagvormittag müsse man gebietsweise noch mit Regen rechnen. Auf den noch gefrorenen Böden komme es örtlich zu Glatteisbildung. Verbreitet sei es auch nach Niederschlagsende noch glatt durch überfrorene Nässe, so die Feuerwehr.

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