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Kaum was los ist derzeit im Nagoldbad: Außer dem belgischen Tourist Philipp Schridr (vorne) ziehen auf dem Foto nur drei Pforzheimer ihre Bahnen.
Kaum was los ist derzeit im Nagoldbad. © Seibel
14.08.2014

Wenige Badefreunde, viele Pilze: Die Folgen des Regensommers

Erst die Dürre, dann die Schwüle: „Im März, April, Mai und Juni war es noch deutlich zu trocken, überall waren braune Wiesenflächen zu sehen“, erinnert Marco Puckert vom Deutschen Wetterdienst in Stuttgart. „Doch das hat sich dann exakt umgekehrt.“ Es folgte außergewöhnlich feuchte Luft, schwüles Klima und vor allem: Regen. Die PZ zeigt die Folgen dieses Wetters.

Mit 30 000 Badefreunden im Freibad war in Mühlacker der Juni der attraktivste Bademonat. "Dabei war der Juli in der Region sogar 2,1 Grad wärmer als üblich“, berichtet Wetterexperte Puckert. „Aber wir hatten dennoch ein leichtes Sonnendefizit.“ Der Grund: viele Wolken, viele Niederschläge, viel schwüle Luft. Als Faustregel gilt, dass ein Taupunkt von über 16 Grad als schwül empfunden wird.

Was bedeutet der Taupunkt? Das zeigt dieses Video von Jörg Kachelmann:

Alleine im Juli lag der Taupunkt in der Region zur Mittagszeit 15-mal über 16 Grad – zuletzt am Sonntag, als der Taupunkt um 14 Uhr bei 20,1 Grad lag. Die Folge: Gegen Abend blitzte, donnerte und regnete es – zur Freude vieler Pilzsammler, zum Ärger der Freibadbetreiber.

„Wenn das so weiter geht, steuern wir auf einen Negativrekord der letzten Jahre zu“, sagt Pforzheims Bäderchef Erich Forstner.

Der Regen war es, der viele Bauern freute: Die Landwirte Ulrich Hauser aus Eisingen und Theo Bellon aus Enzberg berichten über gute Erträge beim Getreide. Auch für den Eisinger Winzer Otto Keller kam der regnerische Juli genau zur rechten Zeit. So hätten seine Trauben noch rechtzeitig Niederschläge erhalten.

„Wir haben schöne Fruchtzuwächse bei Äpfeln und Birnen“, zeigt sich auch Bernhard Reisch einigermaßen zufrieden. Dennoch warnt der Experte im Landratsamt Enzkreis: „Eventuell lassen die inneren Werte zu wünschen übrig.“

Dagegen schießen die Pilze in der Region aus dem Boden. „Wir haben schon jetzt eine schöne Vielfalt an Pfifferlingen und Steinpilzen“, sagt der Hobby-Pilzsammler Hagen Hesse aus dem Enzkreis.


Ausführliche Berichte, Hintergründe und Beispiele aus der Region zu den Folgen des Regensommers lesen Sie am Freitag in der "Pforzheimer Zeitung" und im E-Paper der PZ.