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Ob Süßigkeiten im Straßencafé (Bild) oder ein Schnitzel im Biergarten: Wespen fordern im Freien oft einen Anteil für sich selbst oder zur Ernährung der Brut. Foto: dpa, Archiv
Ob Süßigkeiten im Straßencafé (Bild) oder ein Schnitzel im Biergarten: Wespen fordern im Freien oft einen Anteil für sich selbst oder zur Ernährung der Brut. Foto: dpa, Archiv
16.11.2015

Wespen freut der warme November

Lästig können sie sein und manchmal auch gefährlich: Die Rede ist von Wespen, die in diesem Jahr deutlich nervtötender gewesen sind als sonst. Zumindest hat der ein oder andere im Straßencafé oder im Biergarten diesen Eindruck. Stellenweise war die Lage in Deutschland so heftig, dass Wespen-Alarm ausgerufen wurde, etwa in Düsseldorf. Bei einem Schädlingsbekämpfer gingen in 15 Stunden 500 Notrufe ein.

Zu den aktenkundlichen Bedrohungslagen zählte beim Polizeipräsidium Karlsruhe am 25. August auf der Birkenfelder Bahnhofstraße ein Wespenvolk, das sich auf einem Fahrzeug niedergelassen hatte. Zuvor hatten Wespen am 17. Juli an einem Baggersee bei Weingarten für Angst gesorgt, als sich ein Schwarm neben dem DLRG-Wachhaus tummelte. Bienen wiederum tauchten am 18. Mai in Calw beim Kaufland und am 10. Mai beim Staatstheater in Karlsruhe auf, was den Einsatz eines Imkers und der Feuerwehr notwendig machte.

Laut Frank Hemsing vom Amt für Baurecht und Naturschutz des Enzkreises gibt es zwei Wespenarten, die besonders lästig werden können, da diese rasch süße Sachen, aber auch Fleisch anfliegen: das sind die Deutsche Wespe und die Gemeine Wespe. Einige Experten befürchten, dass aufgrund der November-Wärme mit Temperaturen bis zu 24 Grad mehr Königinnen überwintern können. Ob das 2016 zu einer Plage führen könnte, bleibt offen. Hemsing sagt, das hänge auch von Spätfrösten und einem nasskalten Frühjahr ab.

Reinhard Gallistl, Vorsitzender der Kreisstelle Enzkreis des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga), weiß zwar ein Lied von den Wespen zu singen, rät aber allen Beteiligten zu Besonnen- und Gelassenheit. Der Restaurant- und Café-Betreiber auf Burg Liebenzell unterstreicht, dass Wespen immer ein gewisses Störpotenzial darstellen. Allerdings müsse der Mensch akzeptieren, dass eine Außenbewirtung in der Natur mit typischen Begleiterscheinungen einhergehe. Gallistl hält die direkte Nachbarschaft der Außenbewirtungsfläche von Wespennestern frei. Freilich müsse man mit den Störenfrieden leben. Im Zweifelsfall könne er Kunden nur empfehlen, die Flucht ins Gebäude anzutreten.