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An zwei Tagen führten die Neunt- und Zehntklässler der Ludwig-Uhland-Schule Birkenfeld ihre Mitschüler durch ihre Ausstellung zum 9. November. Foto: Roller
An zwei Tagen führten die Neunt- und Zehntklässler der Ludwig-Uhland-Schule Birkenfeld ihre Mitschüler durch ihre Ausstellung zum 9. November. Foto: Roller
09.11.2018

Wie Jugendliche in Birkenfeld den Schicksals-Tag 9. November sehen

Birkenfeld. Der 9. November ist ein geschichtsträchtiges Datum in Deutschland. Wie geschichtsträchtig, das haben rund 70 Schüler der Birkenfelder Ludwig-Uhland-Schule erfahren. Die Neunt- und Zehntklässler der Realschule setzten sich im Unterricht intensiv mit dem für die Deutschen so wichtigen Tag auseinander und fanden heraus, was an einem 9. November in der Vergangenheit schon alles passiert ist: 1848 die Vollstreckung des Todesurteils gegen den Politiker Robert Blum, 1918 die Ausrufung der Weimarer Republik, 1923 der gescheiterte Hitler-Ludendorff-Putsch, 1938 die Reichspogromnacht und 1989 der Fall der Berliner Mauer.

Aber bei der theoretischen Auseinandersetzung blieb es nicht: Jede Klasse suchte sich eines der fünf Ereignisse aus und konzipierte dazu eine kleine Ausstellung. Die Schüler bemalten Mauersteine und gestalteten Protestschilder, um an die deutsch-deutsche Teilung zu erinnern. Sie konzipierten eine Karte, die zeigt, wo in der Reichspogromnacht überall Synagogen zerstört wurden. Und sie versetzten sich in die Rolle von Zeitzeugen, um über die Bedeutung von Frauen bei der Revolution 1848 zu berichten. „Die Schüler waren überrascht, was am 9. November alles passiert ist“, erzählt Kerstin Zettelmayer. Die Geschichtslehrerin hatte das Projekt zusammen mit ihren Kolleginnen Nina Wasner und Hanna Heger initiiert und die Schüler bei den Vorbereitungen betreut.

Die Zehntklässler recherchierten bei einer Exkursion vor Ort in Berlin zum Mauerfall, die übrigen Schüler suchten im Internet und in ihren Geschichtsbüchern nach Informationen. Anschließend bereiteten sie sich darauf vor, ihre Mitschüler durch die Ausstellung zu führen: knapp 300 Siebt-, Acht- und Neuntklässler von Haupt- und Realschule an zwei Tagen. „Sie schlüpfen dabei für kurze Zeit in die Rolle des Lehrers“, erklärte Zettelmayer: „Das ist schon etwas anderes als ein Referat zu halten.“ Ihre Kollegin Hanna Heger sieht einen weiteren Vorteil in dem Projekt: Durch die intensive Beschäftigung mit den Themen bleibe das dabei gesammelte Wissen lange erhalten, erklärt die Lehrerin: „Das verpufft nicht einfach wieder.“