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Jäger Jürgen Diernberger.
Jäger Jürgen Diernberger.
17.09.2015

Wildschwein-Abschreckung: Saumäßige Gerüche am Wegesrand in Arnbach

Die Sonne glitzert durch die Bäume im Arnbacher Wald, Vögel zwitschern. Langsam verfärben sich die saftig grünen Blätter in leuchtende Herbsttöne. Der Wald ist erfüllt von Friedlichkeit. Man atmet tief ein und … hält sofort die Luft an. Denn es stinkt unglaublich. Nicht etwa nach Regen, Moos oder sonstigen Düften, die einen Spaziergänger dort normalerweise erwarten. Nein! Es riecht widerlich nach Fäkalien oder ganz besonders schlimmen Käsefüßen.

„Was stinkt denn da so?“, wird sich nun der ein oder andere fragen. Schuld daran tragen die Jäger. Nein, sie sind es natürlich nicht, die so riechen. Sie verteilen derzeit kleine Stofffetzen mit den fürchterlich riechenden Duftstoffen. „Das machen wir, um Schwarzwild abzuschrecken. Das künstlich erzeugte Aroma soll nach menschlichem Schweiß riechen“, erklärt Jäger Jürgen Diernberger.

Es gibt derzeit nicht übermäßig viele Wildschweine in den Wäldern von Arnbach. Dennoch müssen die Jäger achtsam sein. „Hier in der Klingstraße haben die Tiere schon ordentlich gewütet“, sagt Diernberger und deutet auf eine verwüstete Wiese. Auch das Regenauffang-Becken ist total umgegraben. „Die Tiere kommen aus dem Wald auf der Suche nach Nahrung“, erklärt er. In der Nähe von bewohntem Gebiet dürfen die Jäger nicht schießen. Deshalb müssen sie sich mit diesem Mittel aushelfen. Das machen natürlich nicht nur die Jäger in Arnbach so. Überall wo man Probleme mit Schwarzwild hat, müssen die Jäger diese „duftende“ Maßnahme vornehmen. Das Mittel ist übrigens für Mensch und Tier ungefährlich. Nur empfindliche Nasen fühlen sich davon belästigt. Der Geruch bleibt zwischen vier und acht Wochen an den ausgelegten Tüchern haften. Erst dann können Spaziergänger wieder unbehelligt die wohlriechenden Düfte des Waldes genießen.