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Wölfe kommen in Nord- und Ostdeutschland bereits in Rudeln vor. Seit Monaten befinden sich Wölfe auch in Baden-Württemberg aufgrund unterschiedlicher Vorfälle stark im Fokus der Öffentlichkeit. Foto: dpa-Archiv
Wölfe kommen in Nord- und Ostdeutschland bereits in Rudeln vor. Seit Monaten befinden sich Wölfe auch in Baden-Württemberg aufgrund unterschiedlicher Vorfälle stark im Fokus der Öffentlichkeit. Foto: dpa-Archiv
Waschbären sind seit Jahren im Enzkreis heimisch. Foto: dpa-Archiv
Waschbären sind seit Jahren im Enzkreis heimisch. Foto: dpa-Archiv
Der Biber ist auf dem Sprung in die Region und wurde in Roßwag gesehen. Foto: dpa-Archiv
Der Biber ist auf dem Sprung in die Region und wurde in Roßwag gesehen. Foto: dpa-Archiv
Luchse dürften schon bald durch die Region streifen. Foto: dpa-Archiv
Luchse dürften schon bald durch die Region streifen. Foto: dpa-Archiv
Führte die PZ durch den Wald: der Enzkreis-Wildtierbeauftragte und Forstrevierleiter Dieter Krail aus Hamberg am Reisigsee im Distrikt Niß. Foto: Marx
Führte die PZ durch den Wald: der Enzkreis-Wildtierbeauftragte und Forstrevierleiter Dieter Krail aus Hamberg am Reisigsee im Distrikt Niß. Foto: Marx
27.10.2017

Wildtieren im Enzkreis auf der Spur

Enzkreis. Jede Menge wilde Zeitgenossen leben schon in der Region oder ihre Ankunft wird in Kürze erwartet. Die „Pforzheimer Zeitung“ informierte sich beim Wildtierbeauftragten Dieter Krail über den aktuellen Stand.

Ja, auch der Wolf wird bald wohl im Enzkreis ankommen. Einige freuen sich auf das Ereignis und fiebern der Sache regelrecht entgegen, andere sind eher skeptisch. Der Hamberger Dieter Krail ist einer, der multifunktional tätig ist, etwa als Leiter des Forstreviers Tiefenbronn-Würmtal, als Enzkreis-Wildtierbeauftragter oder als Kreisjägermeister der Jägervereinigung Enzkreis/Pforzheim. Sein Handy klingelt oft. In seiner Funktion als Wildtierbeauftragter im Enzkreis ist es spannend, der Einschätzung des Experten zu lauschen, etwa wie weit Wolf und Co. schon vorgedrungen sind. Die Meldungen aus Baden-Württemberg sind eindeutig. In Widdern bei Heilbronn reißt ein Wolf mehrere Schafe, am Schluchsee wird ein Wolf von einem Unbekannten erschossen. In Bayern sind mehrere Wölfe aus einem Gehege im Nationalpark entkommen. Zwei werden getötet. Und aus Griechenland kommt die Bestätigung der Ranger, dass eine britische Touristin von einem Wolfsrudel angefallen und verspeist worden ist.

Krail hat so seine Zweifel, was die in Deutschland seit Jahren um sich greifende Wolfsliebe anbelangt und verweist auf den aktuellen Hintergrundartikel einer großen deutschen Tageszeitung mit dem Einstieg: „Das Märchen vom guten Wolf hat einen Haken. Der Wolf ist zu schlau, um sich an die Drehbücher von Umweltromantikern zu halten.“ Ein Wolf sei eine Sache, doch in Nord- und Ostdeutschland gebe es bereits an die 70 Rudel. Wölfe vermehrten sich rasch. Laut Dietmar Gretter vom Naturparkzentrum gibt es bislang keine ernstzunehmenden Hinweise auf die Anwesenheit von Wölfen im Stromberg. Angesichts der großen Wanderstrecken von bis zu 80 Kilometern pro Tag handele es sich aber nur um eine Frage der Zeit, bis in der Region zumindest ein durchziehender Wolf auftauche.

Mit Spannung wird der im nächsten Jahr der landesweite Wildtierbericht 2018 erwartet. Dieser wird Aufschluss geben, wo die tierischen Einwanderer überall schon angekommen sind. Krail als Wildtierbeauftragter wird seine Erkenntnisse beisteuern und die Arbeit mitkoordinieren.

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