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Freibier für alle: Begeistert applaudierten die Wimsheimer ihrem Bürgermeister für den trockenen Fassanstich. Prokoph
Geschafft hat Bürgermeister Mario Weisbrich seinen ersten Fassanstich. Wiernsheims Adler-Bräu-Chef Robert Volk und sein Sohn Leopold (rechts) haben das Bier extra zum 40. Wimsheimer Straßenfest gebraut und gestiftet.
Wimsheims MGV Vorsitzender Joachim Kurz an der Rettichschneidemaschine.
19.07.2015

Wimsheim feiert Straßenfest: Zahlreiche Zuschauer kommen

Schon seit 40 Jahren wird das Wimsheimer Straßenfest ohne Unterbrechung gefeiert. Und nur bei den Jubiläen alle zehn Jahre wird bei diesem Fest ein Fass Bier angestochen. Am vergangenen Wochenende hatte deshalb Bürgermeister Mario Weisbrich die wichtige Aufgabe, in seiner nun seit fünf Jahren andauernden Amtszeit sein erstes Bierfass bei dem Traditionsfest anzustechen.

Gebraut und zum Fest gestiftet wurden die 50 Liter naturtrübes vollmundiges Jubiläumsbier mit kräftigem Schaum von Robert Volk und seinem Sohn Leopold. Volk ist Inhaber von „Adler-Bräu“, das im benachbarten Wiernsheim ansässig ist und dieses Jahr sein 150-jähriges Bestehen feiert. Der Bürgermeister hat die Aufgabe bravourös gemeistert. Passend dazu überreichte ihm der Vorsitzende des Männergesangvereins (MGV) „Freundschaft“ Wimsheim, Joachim Kurz, einen alten Holzhammer der früheren Brauerei Jentzsch, den MGV-Mitglied Bertold Lauser, genannt „Bärly“, als Freund von Antiquitäten in seinem Fundus hatte. Die vier Böllerschüsse zur Eröffnung des Festes erfolgten bereits zwei Stunden vor Beginn.

„Seit 1976 feiern wir unser Straßenfest in der Kanalstraße“, freute sich Bürgermeister Mario Weisbrich in seiner Begrüßung. Und im Gespräch mit der PZ verriet Weisbrich dann, dass er sich vor dem Fassanstich von Braumeister Robert Volk erklären ließ, wie der funktioniert. Ebenso war von ihm zu erfahren, dass er im Vorfeld auch die legendären Maultaschen des MGV probieren durfte, quasi als Testesser. Seit 1979 findet beim Straßenfest immer als Höhepunkt und Festabschluss ein Ratespiel statt, dessen Erlös sozialen Zwecken dient. Diesmal kam er dem Altenpflegeheim „Haus Heckengäu“ zugute. Am Sonntag musste dabei erraten werden, wie lange der Bürgermeister und Vereinsvertreter brauchen, um mit einer historischen großen Kübelspritze der Wimsheimer Feuerwehr mit Wasser eine Badewanne zu befüllen, in der eine Plastikente schwimmt, bis diese herausfällt.

„Unser Straßenfest ist für Wimsheim immer ein absolutes Highlight“, sagte MGV-Chef Joachim Kurz im Gespräch mit der PZ und zeigte dabei dann auch gleich, wie die vom zweiten Tenor Roland Kirschner gebaute Rettichschneidemaschine funktioniert. Denn ein Rettich mit Butterbrot gehört zu den Spezialitäten des Vereins. Passend zum 40. Jubiläum trat auch Heiko Mayer, der Vorsitzende des Radfahrvereins Wanderlust Wimsheim, hervor und reimte: „Anlässlich des 40. Festes geben wir den Menschen unser Bestes.“ Und das wissen die Wimsheimer, denn trotz Hitze strömten sie am Samstag ab 18 Uhr zu ihrem Straßenfest. „Unser Fest ist immer ein Ort der Begegnung“, beschrieb der Wimsheimer Thomas Jost, was Jung und Alt auch im Fest-Schwabenalter daran gleichermaßen fasziniert.