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Anhand eines Luftbildes von 2013 zeigt die PZ die Windströmungen nach dem Chemieunfall in Wimsheim. Das Gas wurde nach Westen abgetrieben. PZ-Archiv/Ketterl
Anhand eines Luftbildes von 2013 zeigt die PZ die Windströmungen nach dem Chemieunfall in Wimsheim. Das Gas wurde nach Westen abgetrieben. PZ-Archiv/Ketterl
Der Unglücksort wurde von den Einsatzkräften schnell abgeriegelt. Foto/Ketterl
Der Unglücksort wurde von den Einsatzkräften schnell abgeriegelt. Foto/Ketterl
13.11.2015

Wimsheimer Giftwolke vom Winde verweht

Der Chemieunfall auf dem Gelände einer Industriereinigungsfirma in der Wimsheimer Daimlerstraße hat die Gemeinde geschockt (PZ berichtete). Doch nach ersten Erkenntnissen über den Vorfall, bei der sich am späten Donnerstagnachmittag eine orangefarbene Giftwolke gebildet hatte, sind Anwohner und Bürger glimpflich davongekommen.

Das lag nach PZ-Informationen auch an den Windverhältnissen (siehe nebenstehende Luftaufnahme). Die giftigen nitrosen Gase, die sich bei der Reinigung von Metallrohren gebildet hatten, wurden nicht in den Ortskern hineingetrieben, sondern verteilten sich in Richtung Südwest/West. Nach Polizeiangaben wurden drei Firmen-Mitarbeiter, die über Atemwegsreizungen klagten, vom Rettungsdienst versorgt.

Eine akute Gesundheitsgefährdung für die Bürger habe laut dem durch die Feuerwehr hinzugezogenen chemischen Fachberater Ulrich Geltz aus Niefern allerdings nicht bestanden. „Da hätte man schon direkt in der Wolke stehen müssen“, versichert Geltz. Auch die Menge der ausgetretenen Gase – etwa zehn bis 20 Kilo – sei nicht allzu groß gewesen. „Es hat von außen dramatischer ausgesehen, als es in Wirklichkeit war“, so der Experte. An der Luft hätte sich das Gas schnell verflüchtigt. Das bestätigen auch die Messungen der Feuerwehr an acht Stellen im Ort. Geltz geht davon aus, dass beim Reinigen von Edelstahlrohren mit verdünnter Salpetersäure versehentlich Rohre aus unedlen Stoffen wie Zink oder Eisen dazwischen geraten sind. Das habe die heftige Reaktion ausgelöst. Alarm wurde am Donnerstag kurz nach 16 Uhr gegeben. Wenige Minuten später war die Wimsheimer Feuerwehr zur Stelle. Dazu stießen Kräfte aus Friolzheim, Tiefenbronn, Mönsheim, Illingen und Pforzheim, darunter auch ein Gefahrgutzug. Polizei, drei Rettungswagen und zwei Notärzte des DRK gaben Unterstützung. Über 100 Personen waren im Einsatz. Mehr lesen Sie am Samstag in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.