Wimsheimer Kritikerinnen treten nicht mehr an

Wimsheim. Bei der zurückliegenden Kommunalwahl hatten zwei neue Listen, die Bürgerinitiative (BI) mit drei Vertretern und Wimsheim Miteinander (WM) mit zwei Gemeinderäten, den Sprung in den Wimsheimer Gemeinderat geschafft.

Beide Listen gründeten sich auch aus Protest gegen die Hafner-Ansiedlung und lieferten sich häufig scharfe Auseinandersetzungen mit Bürgermeister Mario Weisbrich und den etablierten Gemeinderatsfraktionen.

Nun hören zwei amtierende Gemeinderätinnen, Sandra Beck-Lankosz (BI) und Rita Boller (WM), mit der Wimsheimer Kommunalpolitik auf und kandidieren nicht mehr. Beide sind als bürgermeisterkritisch bekannt.

„Dass ich nicht mehr kandidiere, hat nichts mit dem Ergebnis der Bürgermeisterwahl zu tun. Das könnte ich mit meinem Demokratieverständnis nicht vereinbaren“, sagt Beck-Lankocz. „Ich habe seit vier Jahren eine leitende Tätigkeit in einem Kosmetikinstitut, das an eine Hautarztpraxis angeschlossen ist“, betont die BI-Gemeinderätin, die es dadurch nur mit Mühe in die Gemeinderatssitzungen schaffe.

Hinzu kämen Vorbereitungen, Fraktionssitzungen und Bürgergespräche sowie vieles mehr. Auch hätte ihre Familie, insbesondere die beiden 14- und siebenjährigen Kinder, in den vergangenen Jahren viel zurückstecken müssen. „Ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge – und schließe eine Kandidatur zu einem späteren Zeitpunkt nicht aus. Doch nun stehen Familie und Beruf im Mittelpunkt“, so Beck-Lankocz, die sich dennoch weiter für die Gesellschaft engagiert. Sie bringt sich etwa im Wimsheimer Kulturbeutel ein, ist Elternvertreterin und kocht an der Schule ihrer Tochter. Boller (WM) war aus beruflichen Gründen für ein längeres Gespräch nicht zu erreichen. Nur so viel: Private Gründe sollen, so Boller, gegen eine weitere Kandidatur sprechen. fux