nach oben
Wenig los war gestern Nachmittag im Reisezentrum des Pforzheimer Hauptbahnhofs (Bild), während sich am Vormittag Warteschlangen gebildet hatten.
Wenig los war gestern Nachmittag im Reisezentrum des Pforzheimer Hauptbahnhofs (Bild), während sich am Vormittag Warteschlangen gebildet hatten. Foto: Ketterl © Ketterl
13.04.2012

Wirrwarr wegen Bauarbeiten auf den Remchinger Gleisen

Söllingen. Das Bahnfahren zwischen Karlsruhe, Pforzheim und Mühlacker ist in diesen Tagen alles andere als eine reine Freude. Schuld daran sind derzeit Gleis- und Weichenarbeiten, die bis zum Montag, 23. April, zwischen den Bahnhöfen Wilferdingen/Singen und Söllingen dauern sollen. Dafür haben manche Fahrgäste noch Verständnis. Nicht jedoch für eine aus ihrer Sicht unzureichende Informationspolitik der Bahn.

„Ich fahre seit zehn Jahren täglich morgens von Karlsruhe nach Pforzheim zur Arbeit und abends zurück, aber für das Info-Heftchen der Bahn über die derzeitigen Änderungen benötigt man ein Einser-Abitur“, beklagte sich am Freitag eine 47-jährige Frau. Manche Hinweise seien einfach falsch, ärgerte sich die im Verkauf tätige Karlsruherin. So ist beispielsweise auf einem Info-Blatt der DB zu lesen: „Die Stadtbahnen der Linie S 5 fallen zwischen Wilferdingen/Singen und Söllingen aus und werden durch Busse ersetzt. Bitte beachten Sie die zehn Minuten längere Reisezeit mit dem Schienenersatzverkehr.“ Recherchen der PZ im Fahrplan haben jedoch ergeben: Die Fahrzeiten, auch an normalen Werktagen, sind zum Teil erheblich länger, als von der Bahn beschrieben. So benötigt beispielsweise die S-Bahn nächsten Montag um 8.15 Uhr vom Karlsruher zum Pforzheimer Hauptbahnhof statt wie sonst 28 immerhin 54 Minuten. Der IRE und die S-Bahn um 6.01 Uhr auf derselben Strecke brauchen sogar eine Stunde und 22 Minuten statt üblicherweise 22 Minuten. Ein Bahnsprecher begründete die Hinweise seines Unternehmens so: „Die zehn Minuten Verzögerung beziehen sich allein auf die Fahrzeit mit den Bussen zwischen Wilferdingen/Singen und Söllingen.“

Mächtig gestresst ist unterdessen derzeit das Personal im Reisezentrum des Pforzheimer Hauptbahnhofs. Am Freitag Vormittag bildeten sich teilweise Schlangen von 15 bis 20 wartenden Personen. Am Nachmittag hatten die Bediensteten die Situation jedoch wieder voll im Griff. Nach Informationen des Stuttgarter Bahnsprechers seien mindestens drei Schalter durchgehend besetzt gewesen. Anders dagegen die Beobachtungen der PZ: Kurzzeitig wurde am Vormittag nur an einem einzigen Schalter bedient. Erst nach Abschluss der Bauarbeiten will sich das Servicepersonal eine richtige Auszeit gönnen: Am Mittwoch, 25. April, wird das Reisezentrum wegen einer Betriebsversammlung bis 15 Uhr geschlossen und erst dann wieder bis 19 Uhr geöffnet. Informationen zu den augenblicklichen Fahrplanänderungen gibt es im Internet unter www.bahn.de/bauarbeiten und unter der Telefonnummer (07 11) 2092 7087.

 

 

Leserkommentare (0)