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Spannende Einblicke bietet die neue Sonderausstellung, die bis Juli 2017 im Remchinger Römermuseum zu sehen ist. Museumsleiter Jeff Klotz begrüßte am Wochenende die ersten Besucher. Zachmann
Spannende Einblicke bietet die neue Sonderausstellung, die bis Juli 2017 im Remchinger Römermuseum zu sehen ist. Museumsleiter Jeff Klotz begrüßte am Wochenende die ersten Besucher. Zachmann
04.09.2016

Wo Religion eine Heimat hat - Römermuseum in Remchingen eröffnet mit neuer Sonderausstellung

Die Ehrenamtlichen vom Niemandsberg könnten glatt im Theater arbeiten bei der Windeseile, in der sie das Remchinger Römermuseum in wenigen Wochen einmal mehr umgewandelt haben. „Religion im Wandel“ heißt die neue Sonderausstellung, die am Wochenende zahlreiche Besucher anlockte.

Nachdem sich das Museum bereits mit der Urgeschichte, der römischen Religion und der Christianisierung in der Region beschäftigte, fasst die jetzige Themenwelt noch bis Juli 2017 Fragestellungen unterschiedlicher Epochen zusammen und verankert sie hautnah mit der Region.

In umfangreicher Recherche hatte Museumsleiter Jeff Klotz spannende und kuriose Fakten rund um die Religionsgeschichte zusammengetragen – stets mit passendem Heimat-Bezug, um sie lebendig zu machen: So haben die Steinzeitfunde von Königsbach-Trais, das keltische Frauengrab von Singen oder die irischen Wandermönche in Bilfingen ebenso ihren festen Platz wie das Wilferdinger Kloster am Sperlingshof.

Fakten erlebbar gemacht

Warum waren Jupiter-Gigantensäulen keine Seltenheit im Enzkreis? Wie entstanden Friedhöfe und was hat das Wort Barmherzigkeit mit einem „armen Herz“ zu tun? Diesen und vielen weiteren Fragen geht die Ausstellung auf den Grund. Über 200 Exponate aus 18 Museum in Baden-Württemberg führen durch mehrere Jahrtausende Religionsgeschichte. In leidenschaftlicher Fleißarbeit und mit handwerklichem Geschick trug das Museumsteam, allen voran Winfried Butz, Norbert Rieder und Peter Foemer, dazu bei, die Geschichte für die ganze Familie erlebbar zu machen – selbst auf engem Raum.

So finden sich die Besucher auf Kirchenbänken in einem angedeuteten Gottesdienstraum wieder. Ein echter Hingucker sind die Dioramen von Helmut Saiger aus Neuenburg am Rhein, der mit Zinnfiguren in beleuchteten Kästen zahlreiche Szenen zum Leben erweckt. „Das alles zusammen ist eine geniale Kombination“, war sich Ines Thiel-Müller aus Tiefenbronn mit vielen weiteren Besucher einig: „Ich bewundere das Engagement des Museumsteams und das Wissen von Jeff Klotz.“

Zu den Ehrengästen am Freitagabend gehörten der Direktor des Badischen Landesmuseums Eckart Köhne, die Leiterin der Antikensammlung Mannheim Claudia Braun, Katja Poljanac vom Schmuckmuseum Pforzheim und Enzkreis-Dezernent Roland Hübner. Zusammen mit Jeff Klotz eröffnete Bürgermeister Luca Wilhelm Prayon die Ausstellung und stellte heraus, dass das Römermuseum mittlerweile ein Magnet für zahlreiche Besucher aus der weiten Region geworden ist. Alleine die vorhergehende Ausstellung „Frauen im Aufbruch“ zog innerhalb von zehn Monaten knapp 16 000 Interessierte an. Der Durlacher Chor „Les Chanteurs“ sorgte für die musikalische Umrahmung.

Am Samstag lockte die Museumsnacht viele Besucher an, die nach der Besichtigung im Café am Römerhof – bewirtet von Monika Foemer und Helene Schwarz – ins Gespräch kamen.