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Wörz-Arzt schreibt an Kretschmann: Land soll sich entschuldigen

Der Arzt von Justizopfer Harry Wörz hat nach einem Medienbericht Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) aufgefordert, sich im Namen des Landes bei Wörz zu entschuldigen.

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Prozess: Harry Wörz kämpft für Entschädigung

Aus ärztlicher Sicht sei es unerlässlich, dass das Land seine Schuld eingestehe, heißt es der Zeitung zufolge in dem an den Regierungschef direkt gerichteten Schreiben: «Die Justizbehörden sind in höchstem Maße an Herrn Wörz schuldig geworden. Kann sich ein Staat nicht auch einmal für Fehler seiner Institutionen entschuldigen?» Auch müsse der Installateur angemessen entschädigt werden.

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Urteil im Harry-Wörz-Prozess: Freispruch

Wörz saß wegen versuchten Totschlags an seiner Frau viereinhalb Jahre unschuldig im Gefängnis und kämpfte 13 Jahre um seine Rehabilitierung. Seit der Haft leidet er nach eigenen Angaben unter Schlaflosigkeit und Depressionen. Eine Bitte des Landes um Vergebung sei auch «im weiteren therapeutischen Vorgehen» sehr wichtig für Wörz, heißt es weiter.

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Auftakt im Prozess um Harry Wörz

Zur Zeit läuft in Karlsruhe noch ein Verfahren, in dem Wörz um zusätzliche Entschädigung streitet. Bislang hat der Staat ihm knapp 156 000 Euro zugebilligt. Wörz will vom Land Baden-Württemberg zusätzlich 86 000 Euro für seinen Verdienstausfall. Außerdem verlangt er einen Ausgleich der Kosten für Anwälte und Möbel aus seiner wegen der Haft aufgelösten Wohnung in Höhe von 26 000 Euro und eine Berufsunfähigkeitsrente über das Jahr 2016 hinaus.