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29.04.2009

Wörz-Prozess: Vater des Opfers sagt heute aus

MANNHEIM/BIRKENFELD. Im Mammutverfahren gegen Harry Wörz werden heute vor dem Landgericht Mannheim erste Zeugen vernommen. Im Mittelpunkt steht dabei die Aussage vom Vater des Opfers, der Ex-Frau von Wörz. Weil der frühere Polizist als erster am Tatort war, gehörte er ursprünglich auch zu den Verdächtigen - neben dem damaligen Geliebten des Opfers und Wörz.

Der Angeklagte Wörz soll vor zwölf Jahren versuchten haben, seine Ex-Frau mit einem Schal zu erdrosseln. Die heute 38- Jährige ist seitdem schwerst hirngeschädigt und kann nicht aussagen. Sie wird von den Eltern gepflegt und vertreten. Ihr Vater hatte sie im April 1997 halbtot in ihrer Wohnung gefunden.

Der in Birkenfeld lebende Wörz steht zum dritten Mal vor Gericht. Sein Fall gehört zu den ungewöhnlichsten Prozessen deutscher Rechtsgeschichte. Der 42-Jährige war 1998 wegen versuchten Totschlags zu elf Jahren Haft verurteilt worden und hat einen Teil der Strafe abgesessen. Ein Wiederaufnahmeverfahren endete mit einem Freispruch. Der BGH ordnete aber wegen „durchgreifender Rechtsfehler“ 2006 eine Neuauflage des Prozesses an. Darum wird nun in Mannheim neu verhandelt. Das Urteil soll am 22. Oktober gesprochen werden.