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Von Flammen zerstört: Das Haus einer achtköpfigen Familie in Schellbronn.
Von Flammen zerstört: Das Haus einer achtköpfigen Familie in Schellbronn. © Ketterl
08.01.2009

Wohnhaus nach Brand völlig unbewohnbar

NEUHAUSEN-SCHELLBRONN. Vor dem Nichts steht eine achtköpfige türkische Familie nach einem Wohnungsbrand gestern Nachmittag. Drei der Kinder konnten vom Bruder aus dem brennenden Kinderzimmer gerettet werden.

Um 14.17 Uhr war für die Feuerwehrmänner im Biet die Ruhe vorbei. Die Leitstelle in Pforzheim löste Großalarm aus. Als die ersten Helfer vor Ort an der Nagoldstraße eintrafen, drang bereits dichter Rauch aus den Fenstern der beiden Doppelhaushälften. Sekunden später die Erleichterung: Alle drei im Haus befindlichen Kinder waren vom 16 Jahre alten Bruder aus dem brennenden Kinderzimmer gerettet worden.

Löscheinsatz unter Atemschutz

So konnten sich die 70 Feuerwehrleute aus den vier Neuhausener Ortsteilen, die von der Überlandhilfe aus Heimsheim, Tiefenbronn und der Pforzheimer Feuerwehr unterstützt wurden, in der klirrenden Kälte ganz auf die Brandbekämpfung konzentrieren. Wegen der starken Rauchentwicklung mussten die Floriansjünger beim Löscheinsatz Atemschutzgeräte tragen. Das Rote Kreuz kümmerte sich um die verängstigten kleinen Kinder, die zum Glück unverletzt geblieben sind.

Ein riesiger Rauchpilz, der kilometerweit zu sehen war, stand über dem Brandort. Über die Drehleiter und aus sicherer Distanz versuchte man, der aus den Fenstern und dem Dachstuhl lodernden Flammen Herr zu werden, denn es bestand die Gefahr, dass der Dachstuhl einstürzt.
Nach gut zwei Stunden waren die Flammen größtenteils erstickt, kleinere Glutnester mussten aber auch am Abend noch abgelöscht werden. Ein Übergreifen des Feuers auf zwei benachbarte Wohnhäuser konnte durch den massiven Löscheinsatz verhindert werden.

Viele Schellbronner wurden durch die Martinshörner aufgeschreckt und eilten zum Brandort, um sich über das Ausmaß des Feuers zu informieren. Sie wurden von der Polizei zurückgedrängt, da die Gefahr bestand, dass die über die Straße führende Stromleitung abstürzen könnte.

Sofort Wohnung angeboten

Die achtköpfige Familie steht vor dem Nichts. Sie hat nicht nur ihr komplettes Hab und Gut verloren, sondern auch kein Dach mehr über dem Kopf, das Haus ist durch die Flammen und vom Löschwasser unbewohnbar geworden und muss eventuell sogar abgerissen werden. Noch während der Löscharbeiten erreichte den brandgeschädigten Familienvater die frohe Kunde, dass er sofort in einer Wohnung seines Arbeitgebers in Neuhausen unterkommen kann. Das Deutsche Rote Kreuz hat die Familie sofort mit frischer Kleidung ausgestattet.

Die Kriminalpolizei Pforzheim hat die Ermittlungen nach der Brandursache aufgenommen, konnte aber gestern Abend noch nichts Konkretes zum Brandhergang sagen. Fest steht aber für die Polizei, dass der Brand im Kinderzimmer ausgebrochen ist und die Kinder noch versucht hatten, die Flammen mit einem Feuerlöscher zu bekämpfen. Die Kriminaltechniker konnten das zerstörte Anwesen gestern noch nicht betreten. Den entstandenen Schaden schätzt man auf rund 150 000 Euro.