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04.05.2010

Wohnhaus-Explosion: Mieter stand vor Zwangsräumung

STRAUBENHARDT. Die Explosion eines Hauses im Straubenhardter Holzbachtal hat der 54-jährige Mieter wohl nicht überlebt. Wenige Stunden später wäre eine Zwangsräumung angesetzt gewesen. Die Feuerwehr musste mit einem Großaufgebot die hoch lodernden Flammen eindämmen, die auf Nachbargebäude überzugreifen drohten. Die Explosionsursache ist noch nicht bekannt. Am Tatort wurden mehrere Flüssiggasflaschen aufgefunden.

Bildergalerie: Explosion im Holzbachtal: Ausmaß der Zerstörung

Bildergalerie: Brand und Explosion im Holzbachtal

Um 2.08 Uhr in der Nacht auf Dienstag hatte eine Nachbarin die Feuerwehr alarmiert. „Das Gebäude war durch die Explosion völlig zerstört, da gab es nichts mehr zu retten“, erklärt Feuerwehrkommandant Martin Irion. Allerdings hatten die 97 Feuerwehrangehörigen aus Straubenhardt, Neuenbürg und Keltern genug damit zu tun, die hell lodernden Flammen aus der Brandruine daran zu hindern, angrenzende Gebäude in Brand zu setzen.

Da es in dem abgelegenen Tal keine Hydranten gibt, musste die Feuerwehr die Wasserversorgung durch den vorbei fließenden Bach und zwei nahe Weiher sichern. Verletzt wurde in der Nachbarschaft niemand, doch durch die Druckwelle der Explosion splitterten an den acht Nachbargebäuden Fensterscheiben, und Türen wurden aus den Angeln gehoben. Ein nur wenige Meter neben dem explodierten Haus stehendes Gebäude ist einsturzgefährdet. Der Bewohner konnte sich selbst und mit Hilfe der Feuerwehr auch seinen Schäferhund aus der Gefahrenzone retten.

Kriminaltechniker der Pforzheimer Polizei fanden dann am Dienstag unter den Trümmern ein ausgebranntes Autowrack, in dem sich eine völlig verbrannte Leiche befand. Die Gerichtsmedizin wird nun prüfen, ob es sich bei dieser um den zunächst vermissten Mieter handelt. Laut dem Rechtsanwalt des Vermieters, war am Dienstagvormittag nach mehreren vergeblichen Einigungsversuchen ein Termin zur Zwangsräumung angesetzt. Der Grund: Der Mieter soll rund 40.000 Euro Mietrückstände gehabt haben. Der Sachschaden durch Explosion und Brand wird von der Polizei auf mehrere Hunderttausend Euro geschätzt.

Feuerwehr und Polizei waren bis in die frühen Nachmittagstunden vor Ort. Die K 4550 war bis 12 Uhr gesperrt.