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Foto: Symbolbild © dpa
10.05.2017

Wurden Kinder in Nöttingen angesprochen? Polizei bezieht Stellung

Laut Polizei kursieren in den sozialen Netzwerken derzeit mehrere Meldungen über Vorfälle, bei denen Kinder in Nöttingen auf der Straße von Männern angesprochen wurden. Dazu hat die Polizei nun auf ihrer Facebook Stellung bezogen. Dort heißt es:

Tatsächlich wurden der Polizei ein Sachverhalt angezeigt, demzufolge am 4. Mai im Ortsteil Nöttingen ein Kind von einem unbekannten Fahrer eines schwarzen Autos angesprochen wurde. Das Kind schenkte diesem jedoch keinerlei Aufmerksamkeit und reagierte nicht auf die Ansprache. Zu diesem Zeitpunkt war der Junge mit zwei Klassenkameraden auf dem Gehweg entlang der Frauenwaldstraße gestanden.

Ein weiteres Kind berichtete in diesem Zusammenhang, dass es am 2. Mai an der Kreuzung Hans-Sachs-Straße / Lutherstraße ebenfalls von einer unbekannten, männlichen Person angesprochen wurde. Diese war in einem silberfarbenen Auto unterwegs. Da das Kind am Vormittag hingefallen war und erkennbar hinkte, steht hier möglicherweise auch ein Hilfsgedanke im Vordergrund.

Im Zuge weiterer Recherchen wurde von einem am 5. Mai in verdächtiger Weise auf der Roseggerstraße fahrenden, silberfarbenen „Dodge“ berichtet. Dieses Kind hatte seinerzeit den Eindruck gewonnen, der Wagen wäre langsam neben dem Fahrrad hergefahren. Zu einem Ansprechen kam es in diesem Fall nicht. Nach derzeitigen Erkenntnissen kann nicht von konkret strafbaren Handlungen ausgegangen werden. Gleichwohl überwachen wir die relevanten Bereiche um die Schule und sind insbesondere zu den relevanten Zeiten präsent.

Die Polizei hat zudem einige Verhaltenstipps veröffentlicht:

▶Jeder Fall von verdächtigem Ansprechen von Kindern wird von der Polizei sehr ernst genommen - auch wenn zunächst kein Hinweis auf eine Straftat erkennbar ist und vielleicht auch nichts passiert ist.

▶Bleiben Sie als Eltern zunächst einmal ruhig und besonnen. Überreaktionen und Panik helfen weder Ihrem Kind, noch bringt es die Ermittlungen weiter. Es ist jedoch sehr wichtig, dass die Informationen bei der Polizei zentral gesammelt und bewertet werden und dass vor jeder Maßnahme (sei es durch Eltern, Schule oder Kindergarten) Rücksprache mit der Polizei gehalten wird.

▶Lassen Sie ihr Kind in Kleingruppen laufen: Vereinbaren Sie mit den Kindern, dass sie aufeinander warten und zusammenbleiben sollen. Stärken Sie hierbei das Gemeinschafts– und Verantwortungsgefühl der Kinder. Halten Sie Ihr Kind zur Pünktlichkeit an, um Unregelmäßigkeiten erkennen und frühzeitig handeln zu können.

▶Suchen Sie zusammen mit Ihrem Kind in Ihrer Umgebung „Sichere Orte“: Das sind Orte, an denen sich Ihr Kind in Notfällen (z.B. Unfällen, Belästigungen, Bedrohungssituationen usw.) hinwenden darf, wie Metzgereien, Bäckereien, Läden, öffentliche Einrichtungen, Adressen von Bekannten…

▶Selbständigkeit lernen:
Lassen Sie Ihr Kind Selbständigkeit üben. Die Brezel selbst zu kaufen, bedeutet, mit dem Verkaufspersonal zu kommunizieren - diese wichtige Übung schafft Selbstvertrauen.

▶Grundvereinbarung:
Sprechen Sie mit Ihrem Kind konkret ab, ob es ohne Ihre Zustimmung etwas annehmen oder mit jemandem mitgehen bzw. mitfahren darf - egal, ob derjenige bekannt oder unbekannt ist. Dies betrifft besonders die Situation, in der Ihr Kind ohne Sie unterwegs ist. Ihr Kind kann sich nur richtig verhalten, wenn Sie mit ihm direkt diese Absprachen treffen und üben, bevor ihr Kind seine Wege ohne Erwachsenenbegleitung geht.

▶Respekt und Selbstvertrauen:
Kinder sollten im Alltag Respekt erfahren und Selbstvertrauen entwickeln können. Sie sollen lernen, ihre Gefühle wahrzunehmen, auf diese zu vertrauen und diese auszudrücken. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über Erlebnisse, angenehme und unangenehme. Ihr Kind sollte über Erlebnisse sprechen können, die ihm „komisch“ vorkommen. Nehmen Sie am Alltag des Kindes teil und stehen Sie Ihrem Kind als Vertrauensperson zur Seite. Vermitteln Sie Ihrem Kind, dass es auch gegenüber jedem Erwachsenen NEIN sagen darf und sich Hilfe holen soll, wenn andere seine Grenzen nicht respektieren.

▶Aufklärung:
Kinder sollten altersgerechte sexuelle Aufklärung erfahren, um sexuelle Übergriffe erkennen zu können.

▶Was wäre wenn…?
Sprechen Sie mit Ihrem Kind immer wieder darüber, wie es sich verhalten soll, wenn der Freund sich beim Sturz verletzt, wenn man als Erster Feuer entdeckt, wenn eine ältere Person einen Schwächeanfall hat, wenn es von „Fremden“ angesprochen wird...