nach oben
Symbolbild: dpa
Symbolbild: dpa
24.07.2017

Zäher Prozess um Gold-Diebe - Ungenügende Sicherheitsmaßnahmen

Pforzheim/Enzkreis. Es ist ein schleppender Prozess vor der Auswärtigen Großen Strafkammer des Landgerichtes Karlsruhe, Außenstelle Pforzheim, wegen Diebstahls von Goldbädern und Goldabfällen, die beim Stanzen entstehen. Auch am Montag, am vierten Verhandlungstag, wurden Videos in Augenschein genommen. Auf einem davon erkannte ein leitender Angestellter als Zeuge einen Mitarbeiter, der Flüssigkeit aus einem der Goldbäder schöpfte. Was, laut Zeugen, einen „absolut unnormalen Vorgang“ bedeutete. Normalerweise werden eher Flüssigkeiten zugesetzt, nicht entnommen.

Dass die Sicherheitsvorkehrungen in der Firma nicht die besten waren, hatte sich in der Verhandlung unter Vorsitz von Richter Andreas Heidrich schon früher gezeigt: Monatelang klaffte ein riesiges Loch im Zaun zum Nachbargrundstück, durch das Fässer mit goldhaltiger Flüssigkeit und Kisten mit Stanzabfällen zu einem dort wartenden Sprinter durchgereicht wurden. Die Sicherheitsfirma hatte nichts bemerkt.

Ziel der Kammer war es am Montag wie auch am vorletzten Verhandlungstag, den tatsächlichen Verlust der Firma zu eruieren. Denn die Staatsanwaltschaft, vertreten durch Bernhard Ebinger, kommt in der Anklage, wie berichtet, auf etwa 670.000 Euro. Nach Angabe der Angeklagten waren es höchstens 300.000 Euro. Die Firma geht von mehreren Millionen aus. Ob aber der gesamte Verlust den vier Männern auf der Anklagebank zuzurechnen ist, ist fraglich. Die letzten Inventuren wiesen allerdings keine größeren Verluste auf, so der Zeuge am Montag. Die Verhandlung wird am 31. Juli fortgesetzt.