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In die Wirtschaftswunderzeit entführte beim ersten gemeinsamen Konzert von Musikverein Kieselbronn und den Sängern der Gemeinde der Projektchor des Liederkranzes unter der Leitung von Mark Ayzikov. Foto: Roller
In die Wirtschaftswunderzeit entführte beim ersten gemeinsamen Konzert von Musikverein Kieselbronn und den Sängern der Gemeinde der Projektchor des Liederkranzes unter der Leitung von Mark Ayzikov. Foto: Roller
27.03.2017

Zeitreise mit Kriminaltango

Das kann eine spannende Sache werden“, habe er gedacht, als die Idee geboren wurde, sein Verein könnte gemeinsame Sache mit den Sängern vom Liederkranz machen, erzählte der Vorsitzende des Kieselbronner Musikvereins, Ludger Koytek, am Samstagabend in der Kieselbronner Festhalle. Es war nämlich das erste Mal, dass Musikverein und Liederkranz bei einem Konzert zusammen auf der Bühne standen. Lange haben die beiden Vereine getrennt voneinander dafür geprobt. Bei der ersten gemeinsamen Probe seien alle positiv überrascht gewesen, wie gut es zusammenpasst, berichtete Loytek. Und sein Kollege Hubert Theilmann, Vorsitzender des Liederkranzes, pflichtete ihm bei.

Kurzweilige Premiere

Das Ergebnis der Kooperation bekamen am Samstagabend die zahlreichen Gäste zu hören, die zum Konzert gekommen waren. Im Mittelpunkt des kurzweiligen Programms standen die 1950er- und 1960er-Jahre: in der Bundesrepublik die Zeit des Wirtschaftswunders. Genau dahin entführten zuerst der 30-köpfige Projektchor des Liederkranzes und anschließend die 25 Sänger des „Kometen“. Sie erinnerten mit den „zwei kleinen Italienern“ an die Gastarbeiterwelle, besangen einen „schönen fremden Mann“, beschrieben mit Udo Jürgens „ein ehrenwertes Haus“ und verlangten „Kisses for me“. Der Kriminaltango wurde nicht nur gesungen, sondern auch getanzt: von Angelika Denzler, Tanja Staffe, Reimund Wagner und Thomas Benzenhöfer mitten im Publikum.

Beim Auftritt des Liederkranzes saß Mark Ayzikov am Klavier. Er ist der Dirigent des Vereins und als solcher „ein Mann, der meist nicht singen kann“, wie Peter Zoller reimte. Zusammen mit Sabine Gutting, Dieter Ding und Rita Koytek führte er humorvoll und informativ durchs Programm. Überhaupt wurde an diesem Abend immer wieder viel gereimt. Und welche Verse eignen sich für einen Abend im Zeichen der 1950er- und 1960er-Jahre besser als die von Heinz Erhardt? Gut ein halbes Dutzend seiner Gedichte gab es zu hören.

Nachdem die beiden Chöre des Liederkranzes vor allem deutsche Titel zu Gehör gebracht hatten, wurde es beim Musikverein internationaler. „Lehnen Sie sich in den Stühlen zurück und freuen Sie sich auf Freddy Quinns Musik“, kündigte Rita Koytek an. Aber die rund 20 Musiker des Orchesters erinnerten nicht nur an die größten Hits des österreichischen Schlagerbarden, sondern auch an die der Beatles, des King of Rock’n’Roll, an Frank Sinatra, die Rolling Stones und an Status Quo. Am Ende des Konzerts standen Musikverein und Liederkranz dann tatsächlich gemeinsam auf der Bühne. Zu diesem Zeitpunkt hatten beide schon viel Applaus bekommen und so manche Zugabe gespielt.