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Die Spuren des Bebens von 2015 sind am Krankenhaus Dhunche allgegenwärtig: Trotzdem schätzen die Straubenhardter Ärzte Angela und Frank Seiler die medizinische Arbeit dort. Ihre Hilfe baut auf diesen örtlichen Leistungen auf. Foto: privat
Die Spuren des Bebens von 2015 sind am Krankenhaus Dhunche allgegenwärtig: Trotzdem schätzen die Straubenhardter Ärzte Angela und Frank Seiler die medizinische Arbeit dort. Ihre Hilfe baut auf diesen örtlichen Leistungen auf. Foto: privat
Liebe zu Landschaft und Leuten: die Seilers in der Bergwelt am Himalaya. Foto: Privat
Liebe zu Landschaft und Leuten: die Seilers in der Bergwelt am Himalaya. Foto: Privat
01.02.2017

Zu Gast im PZ-Forum: Ärztepaar aus Strauben- hardt leistet Hilfe in Nepals Erdbebenregion

Straubenhardt/Pforzheim. Der Winter hatte das Bergland im Norden Nepals zuletzt gar nicht mal bitterer im Griff als den Nordschwarzwald. Aber wo Menschen hier gegen die Kälte einfach die Heizung aufdrehen, fehlt vielen Nepalesen fast zwei Jahre nach dem verheerenden Erdbeben im Himalaya ein echtes Dach überm Kopf. Sie hausen noch immer in Wellblechhütten oder gar in Zelten. Auch das Bezirkskrankenhaus Dhunche, das der Verein Nepalhilfe Straubenhardt unterstützt, wird zu großen Teilen in einer Zeltstadt betrieben. Das Ärztepaar Angela und Frank Seiler hat sich der medizinischen Hilfe für diese Region verschrieben, organisiert sie über ihren Verein und sammelt Spenden und Unterstützung. Kommenden Mittwoch geben sie im PZ-Forum Einblick in ihre Arbeit. Rund vier Wochen später fliegt der Anästhesist und Allgemeinmediziner Frank Seiler wieder nach Nepal, um etwa in Dhunche Kontakte für die weitere Hilfe zu vertiefen.

Die Ärzte aus Straubenhardt hatte zunächst ihre Wanderleidenschaft nach Nepal geführt. Sie lernten Menschen kennen. Nach der Naturkatastrophe kamen sie 2016 als Helfer zurück. Mit Medizin und Sachspenden reisten sie durch die Bergregion nördlich von Kathmandu. Einheimische übersetzten. Die Seilers gaben Sprechstunden in abgelegenen Bergdörfern. Der Film, den sie auch im PZ-Forum zeigen, gibt Eindrücke davon, was das in dem Gebiet abseits der touristischen Attraktionen der Everest-Region im Osten und des Annapurna im Westen bedeutet. Bilder großer landschaftlicher Schönheit und noch größerer menschlicher Not. Mit dem Jeep schlugen sich die Straubenhardter über Pisten, die von Straßen noch übrig waren, durch das Gebiet, das von der Bevölkerungsgruppe der Tamang bewohnt wird. Seitdem arbeiten sie an Hilfskonzepten, die vor Ort wirklich greifen. Kostenlose Transporte von Patienten ins Krankenhaus Dhunche zum Beispiel. Dabei müssten immer auch gesunde Angehörige mitgenommen werden, die in Nepal wie Krankenschwestern gebraucht würden, erzählt Seiler: ob Bettenmachen oder Kochen für Kranke – alles ein Fall für die Familie. Weil die Familien auch fast das einzige soziale Netz in dem Land seien, wolle der Verein auch eine breitere Unterstützung der Menschen untereinander anstoßen.

Ein anderer Ansatz sind Patenschaften für besonders arme und chronisch Kranke. Cornelia Stoll-Flemming, Lehrerin am Gymnasium Neuenbürg und Gründungsmitglied des Straubenhardter Vereins, kann dabei auf Erfahrungen mit einem Patenschaftsprojekt in Indien zurückgreifen. Aber es brauche auch Unterstützung der nepalesischen Mediziner, um die Situation der Bedürftigen einzuschätzen. Die Arbeit der Seilers ist im Übrigen auch in der Verbandszeitung des Deutschen Alpenvereins dargestellt worden. Die Kontakte der Alpinisten, hofft Seiler, könnten neue Möglichkeiten für Krankentransporte eröffnen.