nach oben
Symbolbild: dpa
Symbolbild: dpa
29.12.2017

Zu Silvester knallen oder spenden? Was Promis der Region dazu sagen

Seit 35 Jahren ruft das evangelische Hilfswerk „Brot für die Welt“ zum Jahresende zu Spenden auf – nach dem Motto „Brot statt Böller“. Auch Tierschutzorganisationen wie TASSO appellieren, auf Feuerwerkskörper zu verzichten und stattdessen etwas Gutes zu tun. Wie stehen Persönlichkeiten der Region dazu?

Neuenbürgs Dekan Joachim Botzenhardt spricht sich für beides aus: „Ich bin kein Feuerwerker, aber auch keine Spaßbremse“. Seine Devise laute „Fröhlich und maßvoll knallen und großzügig und fröhlich spenden“. Silvesterfeuerwerke sollten nicht übertrieben werden, gehörten aber auch dazu.

Helge Viehweg, Bürgermeister in Straubenhardt, sieht das anders. „Ich bin überhaupt kein Freund von Feuerwerken“, sagt er. Er denke dabei an die Tiere, den Gestank und den Dreck. „Man kann das Jahr auch anders anfangen“, so der Verwaltungschef. Seit Jahren spende er mit seiner Familie einen jährlichen Betrag.

Ähnlich geht Dobels Spitzenkoch Roy Kieferle vor, wenn auch nicht unbedingt an Silvester. „Ich helfe, wenn es nötig ist“, so Kieferle. Silvester-Feuerwerke seien nicht sein Ding, verschmutzten zudem die Umwelt. Auch beim Essen und Servieren verzichtet der Koch aus Prinzip auf funkelnde Knallkörper. Zudem habe er viel zu tun an dem Abend. Doch: „Wenn die Arbeit getan ist, genehmigen wir uns ein Glas Champagner und feiern in kleiner Gemeinschaft mit unseren Gästen“, sagt er.

Bei Liebhabern von Feuerwerken gibt es indes die Tendenz, lieber zuzuschauen statt selbst anzuzünden. So verbringt Star-Tenor Jay Alexander den Silvesterabend inzwischen mit einem Kirchgang und gemütlichem Essen mit Freunden. „Ich habe als Kind und Jugendlicher sehr gerne Feuerwerk abgebrannt. Heute liebt es mein Sohn“, erzählt der Sänger aus Eisingen, dem die bunten Ornamente am Silvesterhimmel gefallen. Er glaubt auch nicht, dass mehr für wohltätige Institutionen und Hilfsorganisationen gespendet werden würde, wenn kein Geld für Feuerwerkskörper ausgegeben wird.

Die SPD-Bundestagsabgeordnete Katja Mast feiert wie jedes Jahr mit engen Freunden in Pforzheim. Ihr Beitrag seien keine Raketen, sondern ein Kartoffelsalat. Ihre Kinder würden keine eigene Knallerei mögen, doch: „Natürlich gehen wir auf die Straße und schauen das Feuerwerk an, die Pforzheimer Hänge eignen sich dafür ja hervorragend“, sagt sie.

Seit Jahrzehnten genießt auch Gerhard Brunner, Stadtrat und Rektor des Gymnasiums Neuenbürg, das Spektakel am Silvesterhimmel, ohne selbst tätig zu werden. „Ich finde Feuerwerke schön, besonders wenn sie organisiert sind“, meint er. Gründe, die dagegensprechen würden, seien die Feinstaubbelastung und der finanzielle Aspekt.