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Ein Leben gemeinsam: Rigo und Esther Roth aus Birkenfeld feiern ihre Gnadenhochzeit.  Foto: Roth 

Zugezogen und direkt verliebt: Paar aus Birkenfeld feiert nach 70 Jahren Gnadenhochzeit

Birkenfeld. Rigo und Esther Roth aus Birkenfeld sind seit 70 Jahren verheiratet – und erfreuen sich am Ehrentag wieder ihrer Gesundheit.

Im Jahr 1950 schlenderte ein pfeifender junger Mann durch die Gassen auf der „Kleinen Höh“ in Birkenfeld. Sein Haar war rabenschwarz und niemand kannte ihn. Er war aus Rußheim zugezogen, da er in der damaligen Dampfwaschanstalt in Birkenfeld eine Arbeitsstelle angetreten hatte. In einem der Vorgärten der Häuser auf der „Kleinen Höh“ fiel ihm eine kleine, zierliche junge Frau auf, und frech wie er war, sprach er sie an.

Jeden Abend kam er vorbei, wo sie bald schon auf ihn wartete. Aus einem Rendezvous wurde Liebe und es entstand eine Ehe, die heute ihren 70. Jahrestag hat – die sogenannte Gnadenhochzeit. Sie bekamen zwei Töchter und später auch noch zwei Enkeltöchter. So schildern die Töchter die Geschichte ihrer Eltern.

„Schaffe, schaffe, Häusle baue“, zog sich wie ein roter Faden durch ihr gemeinsames Leben. Tatsächlich haben sie in Eigenregie „Stein auf Stein“ gesetzt und sich ihr Eigenheim in Birkenfeld erbaut. Trotz großer Sparsamkeit gönnten sie sich schon in den späten 1950er-Jahren einmal jährlich eine Urlaubsreise an den Gardasee, was dann zur Tradition wurde.

Mit viel Liebe pflegten sie jahrzehntelang ihr parkähnliches Wochenendgrundstück im Zwerlau. Sie engagierten sich und waren viele Jahre Mitglieder im Sängerbund und Obst- und Gartenbauverein in Birkenfeld. Auch heute noch halten sie darüber hinaus guten Kontakt zu den auch noch in Birkenfeld lebenden Handball-Kollegen und Freunden.

Feier nur im kleinen Rahmen

Sie haben ein gesegnetes Alter von 88 und 94 Lebensjahren erreicht. Bis vor kurzer Zeit waren sie altersentsprechend wohlauf und konnten ihr Leben in ihrem Zuhause genießen. Zwei kurz aufeinander folgende Unglücksfälle rissen beide abrupt aus ihrem Zuhause und ihrem Alltag. Wochen voller Bangen und Hoffen folgten darauf. Die gute Nachricht: Es geht beiden wieder besser und sie konnten nach Hause zurückkehren, wo sie heute ihren besonderen Ehrentag erleben und ein ganz klein wenig feiern dürfen.