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Polizisten sehen sich im Einsatz immer öfter mit Gewalt konfrontiert. Rund 80 Prozent aller Beamten wurden schon einmal Opfer einer Attacke. Dieses Bild zeigt eine Attacke am Rande einer Demonstration. Doch auch im normalen Polizeialltag nehmen die Übergriffe spürbar zu. DPA
Polizisten sehen sich im Einsatz immer öfter mit Gewalt konfrontiert. Rund 80 Prozent aller Beamten wurden schon einmal Opfer einer Attacke. Dieses Bild zeigt eine Attacke am Rande einer Demonstration. Doch auch im normalen Polizeialltag nehmen die Übergriffe spürbar zu. DPA
06.03.2017

Zunehmende Gewalt gegenüber Polizisten auch in der Region

Polizeibeamte in Deutschland müssen sich bei Einsätzen immer öfter selbst schützen. Der Bundestag hatte darauf im Februar mit einer Strafverschärfung für Angriffe auf Einsatzkräfte – also auch auf Feuerwehr, Notärzte oder Sanitäter – reagiert (die PZ berichtete). Mit gutem Grund, wie auch die Polizei für die Region zu berichten weiß.

„Die Übergriffe gegen Polizisten haben massiv zugenommen“, sagt Polizeisprecherin Sabine Doll, „Tendenz steigend.“ Das passt ins generelle Bild. Rund 80 Prozent aller Polizeibeamten wurden schon einmal Opfer von Gewalt. Das ergab eine Studie der Universität Kiel aus dem Jahr 2015, bei der 18 000 Polizisten in Nordrhein-Westfalen befragt wurden.

In Baden-Württemberg hat es im Jahr 2015 laut Innenministerium 3929 solcher Gewalttaten gegeben. 1866 Beamte wurden dabei verletzt, 26 von ihnen schwer. Neuere Zahlen sind noch nicht ausgewertet. Insgesamt macht das Innenministerium eine zunehmende Aggressivität und Gewaltbereitschaft aus. In mehr als der Hälfte der Fälle sei Alkohol mit im Spiel gewesen.

Mehr als nur Beleidigungen

Im Kreis Calw war die Debatte darüber zuletzt wieder aufgeflammt, nachdem es zu Auseinandersetzungen mit einem Gaffer bei einem Schuhwerkstattbrand in Nagold gekommen war. Aber auch in Pforzheim und dem Enzkreis gibt es zahlreiche Beispiele. Schlagzeilen machte vor einigen Monaten die Eskalation eines Einsatzes der Bundespolizei vor dem Eingang des Pforzheimer Hauptbahnhofes. Die Beamten waren wegen einer mutmaßlichen Bedrohung mit einem Messer gerufen worden, trennten streitende junge Leute, stellten eine Waffe sicher. Dabei wurden sie nicht nur massiv beschimpft, sondern schließlich von einem zuvor Unbeteiligten angegriffen. Sie benötigten schließlich Verstärkung durch das Pforzheimer Polizeirevier Nord.

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