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Lorenz Praefcke hat im Remchinger Gemeinderat das Handtuch geworfen.
Lorenz Praefcke © PZ-Archiv
31.01.2011

Zurückgetretener Remchinger Gemeinderat wehrt sich

REMCHINGEN. Der überraschende Rücktritt des Remchinger Gemeinderates Dr. Lorenz Praefcke zu Beginn der jüngsten Sitzung schlägt weiter Wellen. Der 72-jährige Freie-Wähler-Stimmenkönig und Arzt legt nach: „Ich könnte nicht mehr in den Spiegel schauen und ich würde die Achtung vor mir selbst verlieren, wenn ich rechtswidrig handeln würde, wie mir das von Gemeinderatskollegen der CDU-Fraktion unterstellt wurde. Es schlug mir so viel Feindseligkeit aus der CDU entgegen, eine unberechtigte schwere Unterstellung von ganovenhaftem Verhalten, dass mir eine Zusammenarbeit nicht mehr möglich ist.“

Praefcke hatte als Vorsitzender des Verwaltungsrats des Altenpflegeheims eine bereits bezahlte Gutachterrechnung Bürgermeister Luca Wilhelm Prayon vorgelegt, um zu prüfen, ob eine Erstattung oder Teilerstattung möglich sei. Die Geschichte fing schon in einer Verwaltungsratssitzung des Altenpflegeheims im November 2009 an. Damals wollte Ulrike Hohmann (SPD) vorausschauend wissen, wie es weiter geht im Zusammenwirken des Altenpflegeheims, der Tagespflege, dem betreuten Wohnen im Haus Pfinzaue und der Diakoniestation. So beschloss der Verwaltungsrat des Altenpflegeheims, zu dem Praefcke gehört, durch eine Consulting-Firma ein Gutachten erstellen zu lassen.

CDU-Fraktionssprecher Dieter Walch sieht die Sache anders, will aber zur nichtöffentlichen Tagesordnung oder den Inhalten keine Stellung nehmen. „Wir haben Herrn Praefcke keine Vorwürfe gemacht, dass er oder der Vorstand des Altenpflegeheims rechtswidrig gehandelt hat“, sagte er. „Ich bedauere, dass er zurückgetreten ist. Ich hätte mehr Gelassenheit von ihm erwartet.“ wg