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    © Symbolbild: dpa
10.03.2016

Zwei Einbrecher bedrohen Hausbesitzer - Polizei fasst sie noch vor Ort

Neulingen. Ein 22-jähriger Deutscher und ein 23-jähriger Türke aus Pforzheim , die mitten in der Nacht bewaffnet in ein Haus in Neulingen eindringen, gezielt zu dem schlafenden Hauseigentümer gehen, um ihn aus seinen Träumen zu reißen, ihn zu schlagen und Geld und Schmuck von ihm zu erpressen? Unglaublich ungewöhnlich, sagen Polizei und Staatsanwaltschaft. Ähnliche Fälle kenne sie nicht, sagt Polizeisprecherin Anna-Katrin Müller.

Und doch ist das am frühen Mittwochmorgen in einem Wohnhaus in Neulingen passiert. Weil die Polizei schnell gerufen wurde, hat sie die Tatverdächtigen geschnappt. Zwei 22 und 23 Jahre alte Pforzheimer mit deutscher und türkischer Staatsangehörigkeit sitzen in Untersuchungshaft: unter dem dringenden Tatverdacht der schweren räuberischen Erpressung und gefährlichen Körperverletzung.

Die Ermittlungen zur Tat und ihren Hintergründen stehen noch ganz am Anfang. Nach ersten Erkenntnissen waren die Verdächtigen gegen 2 Uhr in das Haus in Neulingen eingestiegen. Im Erdgeschoss schlief ein Mann, der durch die Einbruchsgeräusche aufwachte und unentdeckt aus dem Gebäude entkam. Er informierte die Polizei.

Die Eindringlinge waren derweil ins Obergeschoss gelangt, wo der Hauseigentümer schlief. Die Verdächtigen hatten laut Polizeipräsidium Karlsruhe und der Staatsanwaltschaft in Pforzheim ein Messer und einen Teleskopschlagstock dabei. Die Waffen setzten sie zwar nicht ein, gewalttätig waren sie aber doch. Der Hauseigentümer wurde geschlagen, um den Druck zu erhöhen, den Eindringlingen Wertgegenstände auszuhändigen.

Bei den Angreifern klickten aber noch im Haus die Handschellen. Die Polizeibeamten waren nach dem Alarm schnell vor Ort und stellten die Verdächtigen. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Pforzheim wurden sie dem Haftrichter beim Amtsgericht Pforzheim vorgeführt, der für beide Haftbefehle in Vollzug setzte.

Das Vorgehen der Verdächtigen erinnert eher an zwei Raubüberfälle auf Menschen in deren eigener Wohnung, die vor Jahren in Schellbronn und Neuhausen die Polizei beschäftigten. Einbrecher handeln dagegen in der Regel ganz anders. Deshalb gehen die Ermittler auch von schwerer räuberischer Erpressung und gefährlicher Körperverletzung aus und nicht von einem Einbruchsdelikt. Grundsätzlich geht es damit auch um einen deutlich höher ansetzenden Strafrahmen. Bei Einbrüchen beginnt dieser bei sechs Monaten.

Im Fall einer schweren räuberischen Erpressung, bei der Waffen im Spiel sind, werde nicht unter drei Jahren Haft angesetzt, so Bernhard Ebinger, Sprecher der Staatsanwaltschaft in Pforzheim. Bei der Festlegung einer Strafe durchs Gericht spielten dann aber viele Faktoren eine Rolle. Dafür braucht es eine gründliche Ermittlung der Umstände der Tat. Die Polizei hat damit begonnen. Geprüft wird unter anderem auch, ob es persönliche Verbindungen zwischen Angreifern und Überfallenen gebe, sagen Ebinger und Müller.