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22.10.2008

Zwei Menschen sterben bei Unfällen innerhalb von zwei Stunden

PFORZHEIM/EISINGEN. Bei zwei Unfällen in Pforzheim und Eisingen sind zwei Menschen ums Leben gekommen. Damit sind in diesem Jahr bereits 14 Unfalltote zu beklagen – doppelt so viele wie im gesamten Vorjahr.

Einer 25-Jährigen und einem 70-Jährigen sind gestern Mittag auf regennassen Straßen langgezogene Kurven zum Verhängnis geworden. Die junge Frau war mit ihrem Opel um 12.15 Uhr auf der Kreisstraße kurz vor Eisingen aus einer abschüssigen Kurve geschleudert. Das Fahrzeug knallte mit der Beifahrerseite auf einen Baum. Die 25-Jährige wurde im Opel eingeklemmt und zog sich nach Angaben der Polizei so schwere Verletzungen zu, dass sie noch an der Unfallstelle starb.

Nur eineinhalb Stunden später wurde auf der Äußeren Dietlinger Straße kurz vor Pforzheim ein 70-Jähriger mit seinem Ford ebenfalls aus einer Kurve getragen. Sein Fahrzeug geriet auf die Gegenspur und kollidierte mit einem entgegen kommenden Kleinlastwagen. Der 70-Jährige erlag seinen Verletzungen. Die Insassen des Sprinters, ein 49-Jähriger und sein 41-jähriger Beifahrer wurden schwer verletzt.

Ursachen werden untersucht

Zu den Unfallursachen laufen noch Untersuchungen. Beim Eisinger Unglück spricht die Polizei nach bisherigen Ermittlungen von nicht angepasster Geschwindigkeit des Unfallfahrzeugs. Bei der Pforzheimer Kollision sei noch unklar, weshalb der 70-Jährige von der Spur abgekommen ist. Für die Bergungsarbeiten waren die betroffenen Straßen gesperrt worden.

Die Polizeidirektion Pforzheim hatte auf die vielen tödlichen Unfälle dieses Jahres mit gezielter Präventionsarbeit reagiert. Die Unglücke von gestern haben aber mit den bislang erkannten Risikogruppen nichts zu tun. Die Aufklärungsarbeit der Polizei konzentriert sich besonders auf junge Fahrer zwischen 18 und 24 Jahren. Und anders als bei vielen der bisherigen tödlichen Unfälle, wo es Verstöße gegen die Gurtpflicht gegeben hatte, war die in Eisingen verunglückte junge Frau angeschnallt gewesen.

Polizeisprecher Wolfgang Schick hatte mit Blick auf die Statistik schon früher darauf hingewiesen, dass es für plötzliche Häufungen tödlicher Unfälle oft keine eindeutige Erklärung gebe. Das könnte für den gestrigen Tag mit den beiden tragischen Unglücken in nicht einmal zwei Stunden gelten. Die Polizei bleibt bei ihren Präventionsschwerpunkten. Weiter vorangetrieben wird die Schutzengel-Aktion, bei der junge Frauen ausgebildet werden, junge Männer zum vernünftigen Fahren zu bringen. „Wir sind auf dem richtigen Weg“, glaubt Schick. Das heißt nicht, dass schwere Unfälle ganz verhindert werden können.