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Zwei neue Fälle in Pforzheim und im Enzkreis, vier neue Fälle im Kreis Calw, ein Corona-Todesfall im Raum Karlsruhe - deutschlandweit steigen die Zahlen dramatischer

Pforzheim/Enzkreis/Kreis Calw/Karlsruhe. Es mutet schon etwas erstaunlich an, dass die Zahl der bekannten Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland abermals deutlich gestiegen ist und nach Monaten der Entspannung nun bereits wieder auf dem Stand von Anfang Mai liegt, während in Pforzheim und im Enzkreis die Zahl der täglich neu entdeckten Corona-Falle in den vergangenen Tagen mit einer Ausnahme zwischen 0 und 1 lagen. Deutschlandweit stecken sich inzwischen immer mehr junge Menschen an, das Durchschnittsalter der Infizierten ist auf 34 Jahre gesunken. Das sei „das niedrigste Durchschnittsalter seit Beginn“ der Pandemie, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn am Donnerstag. Zum Vergleich: Im April lag es noch bei etwa 50 Jahren.

Gab es Mittwoch nur einen neuen Corona-Fall (Pforzheim) im Bereich des Gesundheitsamts Enzkreis/Stadt Pforzheim so sind es jetzt am Donnerstag zwei – je einer in Pforzheim und in Neulingen. Im Gleichschritt geht es auch bei den Genesenen voran. Hier gibt es je einen in Pforzheim und im Enzkreis, was den Zuwachs an neuen Corona-Fällen wieder ausgleicht. Da es auch bei den Corona-Todesfällen – 8 in Pforzheim, 22 im Enzkreis – keine Veränderung gibt, bleibt es wie am Vortag bei 14 Akut-Fällen in Pforzheim und 5 aktuell noch in Quarantäne oder im Krankenhaus weilenden Infizierten im Enzkreis.

Im Stadt- und Landkreis Karlsruhe werden am Donnerstag sieben Neuinfizierte gezählt. Am Mittwoch waren es fünf. Hier gab es auch eine weitere Person, die am oder mit dem Coronavirus gestorben ist. Im Raum Karlsruhe sind jetzt 96 Todesfälle gelistet. Dort warten noch 62 Akut-Infizierte auf ihre Genesung.

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Deutschlandweit steigen die Fallzahlen deutlich an, in der PZ-Region bleibt es - noch - ruhig

Bundesgesundheitsminister Spahn wies zwar darauf hin, dass es wegen des jüngeren Alters der Infizierten nun auch weniger schwere Verläufe der Covid-19-Krankheit gebe. Er warnte aber: „Das heißt trotzdem, sehr, sehr wachsam miteinander zu sein, weil es eben doch dann zu oft auch schwerste Verläufe geben kann und eben auch Todesfälle - wenn wir nicht aufpassen, in der Familie, im Freundeskreis, auf der Arbeit.“ Zudem könnten jüngere Menschen ältere anstecken, etwa ihre Eltern und Großeltern oder als Heimpersonal Krankenhauspatienten und Altenheimbewohner.

Bereits am Vortag hatte Spahn vor Partys oder Leichtsinn bei Veranstaltungen mit einer größeren Anzahl von Menschen gewarnt. Jüngere Menschen sind mobiler als ältere und stecken sich nach den Lockerungen von Kontakt- und Reisebeschränkungen möglicherweise deshalb nun häufiger an.

Hinzu kommt: Etwa jede dritte Neuinfektion ist derzeit auf Reiserückkehrer und andere Einreisende aus dem Ausland zurückzuführen. In Baden-Württemberg kommen auffällig viele infizierte Reiserückkehrer aus Ländern des ehemaligen Jugoslawien.

7-Tage-Inzidenz in Pforzheim und im Enzkreis im grünen Bereich

Die sogenannte 7-Tage-Inzidenz liegt am Mittwoch in Pforzheim bei 11 und im Enzkreis bei 2. Der Schwellenwert für Pforzheim liegt bei 63, für den Enzkreis bei 99. Also alles im grünen Bereich. Der Wert gibt an, wie viele Neuinfektionen es innerhalb der vergangenen sieben Tage pro 100.000 Einwohnern gab. Aber: Hier liegen sowohl Pforzheim als auch der Enzkreis weiterhin unter dem gefährlichen Schwellenwert von 50 Neu-Infektionen pro 100.000 Einwohnern. Wird der überschritten, können zunächst lokale Gegenmaßnahmen ergriffen und Schutzmaßnahmen gezielt verschärft werden.  

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Vier neue Fälle im Kreis Calw

Unterdessen meldet der Landkreis Calw vier neue Infektionen mit dem Corona-Virus. Die betroffenen Personen stammen jeweils aus Calw, Ebhausen, Haiterbach und Rohrdorf. Insgesamt gibt es seit Beginn der Pandemie nun 808 Infizierte im Kreis Calw. 769 gelten inzwischen wieder als genesen, 31 Personen sind verstorben.