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Trotz Corona reißt der Kontakt in die Ukraine nicht ab: Niefern-Öschelbronns Bürgermeisterin Birgit Förster (links unten) und einige ihrer Amtskollegen aus dem Enzkreis tauschen sich über ein Online-Forum mit der kommunalen Ebene in dem osteuropäischen Land aus. 

Zweites Kapitel des Deutsch-Ukrainischen Austausches: Nieferns Bürgermeisterin spricht online mit Kollegen

Enzkreis/Niefern-Öschelbronn. „Eigentlich hätten Ende Mai zwei Bürgermeisterinnen aus der Ukraine nach Niefern-Öschelbronn zur Hospitation kommen sollen. Sie hätten die Möglichkeit gehabt, mich für etwa zwei Wochen in meinem beruflichen Alltag zu begleiten. Leider mussten wir diesen Besuch aufgrund der aktuellen Situation bis auf weiteres verschieben“, bedauert Niefern-Öschelbronns Bürgermeisterin Birgit Förster.

Doch glücklicherweise habe sich nun für sie und viele andere Interessierte – darunter ihre Bürgermeisterkollegen aus Keltern und Ispringen – eine Möglichkeit eröffnet, ihre Kontakte in die Ukraine auch in Corona-Zeiten zu pflegen.

 „Auf Initiative der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit hatten wir bei einem zweistündigen Online-Forum die Gelegenheit, uns mit unseren ukrainischen Kollegen über den Fortschritt der Gemeindereform in ihrem Land und die damit verbundenen Herausforderungen auszutauschen.“ Auch die Corona-Krise und die Rolle der Gemeindeoberhäupter bei deren Bewältigung seien Themen gewesen. „Der Informationsbedarf war groß, wir hätten noch lange weiterreden können“, berichtet Förster, aber das sei ja auch kein Wunder, schließlich sei die kommunale Selbstverwaltung für die Kollegen in der Ukraine völliges Neuland.

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Birgit Förster beim Videochat.

Letztlich waren 130 Personen online, als Birgit Förster – die kurzerhand die Einladung als Sprecherin des Online-Forums angenommen hatte – mit Unterstützung einer Dolmetscherin und einer eigens ins Kyrillische übersetzten Präsentation von kleinen und großen Herausforderungen im Alltag einer deutschen Bürgermeisterin berichtete. Mit ihren Amtskollegen von Keltern und Ispringen, Steffen Bochinger und Thomas Zeilmeier, brachten beim Online-Forum zwei weitere Kollegen aus dem Enzkreis ihren Erfahrungsschatz mit ein und standen den ukrainischen Teilnehmern Rede und Antwort.

Laut Förster wurde das Gespräch aufgezeichnet und steht demnächst in gekürzter Form auf dem YouTube-Kanal der GIZ, wo es von weiteren interessierten (nicht nur) ukrainischen Kollegen jederzeit abgerufen werden kann. „Ich freue mich sehr, dass wir es auf diesem Wege geschafft haben, in Zeiten sozialer Isolation internationale Grenzen zu überwinden. Das war eine für alle Seiten sehr bereichernde Erfahrung“, so Förster weiter.

Zustande gekommen waren die Kontakte in die Ukraine, nachdem im Februar eine kleine Verwaltungsdelegation aus dem Enzkreis für zwei Tage in dem osteuropäischen Land zu Gast war, um den Aufbau kommunaler Verwaltungsstrukturen näher zu beleuchten. Seinerzeit waren Landrat Bastian Rosenau, der Erste Landesbeamte Wolfgang Herz sowie neben Steffen Bochinger und Birgit Förster auch die Bürgermeister Werner Henle (Ötisheim), Luca Prayon (Remchingen) und Jörg Michael Teply (Wurmberg) mit in den zweitgrößten Staat Europas gereist. 

Aus einem der damaligen Gespräche hat sich der Kontakt zur Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) ergeben. „Das nächste Online-Forum ist dort übrigens schon in Planung. Dabei wird es voraussichtlich um Female Leadership gehen“, so Birgit Förster abschließend. Und eins steht fest: Sie wird auch hier wissen, wovon sie spricht.