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Am Rastplatz angekommen: PZ-Leserin Roswitha Andree-Ruhmann aus Niefern hat diese und viele weitere Störche am Wochenende östlich von Mühlacker fotografiert. Die Tiere machen dort praktisch Vesperpause auf dem Weg nach Süden. Auffallend viele der Vögel sind derzeit im Enzkreis zu Gast. Foto: Andree-Ruhmann

Zwischenlandung der Störche: Im Enzkreis machen die Vögel massenhaft Station

Aufsehenerregendes Schauspiel: Auf ihrem Weg in den Süden rasten derzeit ungewöhnlich viele Störche auf Wiesen an der Enz. In einigen Kreisgemeinden rüstet man sich, um den Tieren auch eine dauerhaftere Heimat zu bieten.

Es sind majestätische Geschöpfe, die derzeit in der Region beobachtet werden können: Mehr als einen Meter groß kann ein Storch werden und eine Spannweite von über zwei Metern erreichen. Kein Wunder also, dass die Vögel mit ihren langen Schnäbeln und staksigen Beinen bei vielen Menschen für Aufsehen sorgen.

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Zwischenlandung der Störche im Enzkreis

Bei der Niefernerin Roswitha Andree-Ruhmann zum Beispiel. Als begeisterte Hobby-Fotografin hatte sie ihre Nikon-Kamera dabei, als sie mit ihrer Familie am Wochenende an der Enz auf Mühlacker Gebiet spazierenging. In den Flussauen beobachtete sie dort eine große Gruppe von Störchen, die in der feuchten Wiese auf Kleintier-Beutezug gingen. Ständig landeten weitere Vögel. „Man kann dort manchmal über 50 Tiere sehen“, sagt die Niefernerin, ohne den genauen Schauplatz zu verraten. Sie möchte nicht, dass die Vögel gestört werden. „Ich habe schon Leute gesehen, die auf der Wiese den Störchen nachgegangen sind“, sagt sie. Das findet sie verwerflich. Sie selbst hat Abstand gehalten, aber ihre Kamera mit dem Zoom-Objektiv gezückt. So kommt man den Tieren zumindest optisch näher. Die Bilder hat sie der PZ geschickt.

In der Redaktion häufen sich derzeit Meldungen von Lesern, die Störche entdeckt haben. Von Ölbronn-Dürrn über Ötisheim bis nach Mühlacker mit seinen Stadtteilen reichen die Sichtungen. Gerhard Vögele vom Naturschutzbund Nabu weiß, dass zwischen Niefern und Mühlacker ebenfalls eine Gruppe von „zwischen 30 und 50 Störchen“ gesehen worden ist. Das Naturschauspiel wiederholt sich immer dann, wenn die großen Zugvögel auf dem Weg zu ihren Winterquartieren im Süden Rast machen. Angelockt werden sie von einem guten Nahrungsangebot. Ungewöhnlich sei aber jetzt die große Zahl der Tiere, die den Enzkreis für eine Zwischenlandung auswählen. Ähnlich eindrucksvoll sei das nur im vergangenen Jahr gewesen, als sich beispielsweise zwischen Mühlhausen und Rosswag ebenfalls große Storchengruppen für mehrere Tage, manche Tiere auch mehrere Wochen niedergelassen hätten, so Vögele.

Will man Störche etwa im Frühjahr dauerhafter zu Gast haben, sind Nisthilfen ein Weg. In Lienzingen diskutiert darüber derzeit die Bürgerinitiative „Herzenssache Lienzingen“. Gute Erfahrungen gesammelt hat man damit schon zwischen Ötisheim und Ölbronn-Dürrn.

Mehr lesen Sie am Dienstag, 20. August, in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news.

Max Lutz

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Alexander Heilemann

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