nach oben
Die Umrisse eines römischen Kellers der Villa rustica am Niemandsberg sind ab sofort öffentlich begehbar. Ortshistoriker Friedbert Pailer (Fünfter von links) spendete dazu zwei Sitzbänke. Foto: Zachmann
Die Umrisse eines römischen Kellers der Villa rustica am Niemandsberg sind ab sofort öffentlich begehbar. Ortshistoriker Friedbert Pailer (Fünfter von links) spendete dazu zwei Sitzbänke. Foto: Zachmann
23.10.2016

i-Tüpfelchen für Remchinger Römermuseum

Remchingen. Ein Sahnehäubchen hat am Wochenende das Remchinger Römermuseum bekommen: Ab sofort sind auch die Grundrisse eines römischen Kellers am Wilferdinger Niemandsberg öffentlich begehbar und laden an einem gemütlichen Schauplatz zum Verweilen ein. 1988 hatten Historiker auf einem Luftbild im heranreifenden Getreide in der Flur Niemandsberg zwei Gebäudegrundrisse entdeckt – Reste der ehemals dort befindlichen Villa rustica.

2002 und 2003 konnte das Landesdenkmalamt im Rahmen der Neubaugebietserschließung einerseits die Mauern eines ehemaligen Wirtschaftsgebäudes dieser Villa rustica bergen, über denen mittlerweile der Glassaal und daneben das Römermuseum steht. Auf der anderen Straßenseite konnten die Experten zusammen mit zahlreichen Ehrenamtlichen, allen voran Helene Schwarz, Friedbert Pailer, Helmut Bischoff und Werner Körner, als letzten erhaltenen Rest des ehemaligen Haupt- und Wohngebäudes der Villa rustica einen etwa vier mal vier Meter großen Keller aus Sandsteinquadern ausheben. Damit er nicht wie der Rest der Villa der Hang-Erosion zum Opfer fällt, entschieden sie sich für die denkmal-verträglichste Lösung und schütteten ihn wieder zu.

Sitzbänke gespendet

Mit „liebevoller Hartnäckigkeit“, wie Bürgermeister Luca Wilhelm Prayon am Samstag lobend herausstellte, habe sich der Ortshistoriker und zweite Vorsitzende des Heimatvereins Friedbert Pailer immer wieder dafür eingesetzt, den Keller-Schauplatz öffentlich zugänglich zu machen – und spendete dafür sogar zwei gemütliche Sitzbänke. Der Bauhof deutete mit Sandsteinen die darunterliegenden Kellermauern an und richtete das Gelände liebevoll her. Eine Infotafel von Günther Wieland vom Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart erklärt die Geschichte und zeigt Bilder vom ausgehobenen Originalkeller. „Das ist das i-Tüpfelchen auf der Erfolgsgeschichte des Römermuseums“, freute sich Wieland, „Was Sie hier geschaffen haben und leisten ist ein kulturelles Zentrum über die Grenzen des Enzkreises hinaus.“ Er regte an, solche Schautafeln auch an den weiteren Remchinger Denkmälern zu installieren, beispielsweise an der frühren Wallfahrtskirche beim Sperlingshof.