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16.07.2015

Den Karlsruher Herzen sei Dank: Nach einer Tragödie findet der Streichelzoo zu neuem Glanz

Es war wohl ein technischer Defekt, der am 13. November 2010  für einen der schwärzesten Tage in der nun 150-jährigen Geschichte des Zoologischen Stadtgartens in Karlsruhe sorgte. Ein Großbrand loderte im Streichelgehege, vernichtete die Anlage und beendete jäh das Leben der 26 dort untergebrachten Tiere. Das Feuer war ein Brand im Herzen Karlsruhes, nicht nur geografisch, sondern vor allem emotional. Eine regelrechte Spendenwelle aus der Bevölkerung bewies einmal mehr die große Verbundenheit der Karlsruher zu ihrem Zoo.

Bildergalerie: Den Karlsruher Herzen sei Dank: Nach einer Tragödie findet der Streichelzoo zu neuem Glanz

Dank dieser Solidarität entstand binnen kürzester Zeit ein neues Gehege, das nun als eines der Aushängeschilder des Zoos gelten darf. Schon der Einstieg in das Gehege kann einem kleinen Abenteuer gleichen. Zwar besteht auch die Möglichkeit, bequem durch ein Doppeltor hinein- und herauszulaufen. Wer will, kann aber auch versuchen, die Umzäunung über einen kleinen Kletterturm zu bezwingen. Egal, welchen Weg man nun zu den Tieren genommen hat, im Streichelzoo kommen bretonische Zwergschafe und afrikanische Zwergziegen dann ganz automatisch zu großen und kleinen Händen. Umso lieber natürlich, wenn in diesen Händen auch noch ein bisschen Futter aus dem entsprechenden Automat wartet.

Dass sich die sich ansonsten frei im Gehege bewegenden Schafe und Ziegen auch zurückziehen können, lässt Kindern deutlich werden, dass auch Tiere ihre Ruhe brauchen. Der pädagogische Aspekt wird ohnehin großgeschrieben, für jede Altersstufen werden verschiedene Quizspiele und Führungen angeboten.

Wissen eignen sich Kindern in der im September 2011 eröffneten Anlage aber auch einfach so an. Etwa durch Neugier auf diese riesigen, borstigen Säue hinter einem Holzzaun. Es sind ungarische Mangalitza-Schweine, denen man noch deutlich ansieht, dass Wildschweine ihre Vorfahren sind. Das sehen die anderen „unechten Schweine“ im Streichelzoo doch deutlich anders aus. Meerschweinchen sind vielen wie Hauskaninchen als eigene Haustiere vertraut. Esel, Hühner und Alpakas vervollständigen den Zoo.

Wer dieses vor allem auch durch Spendengelder möglich gewordene  „Herzensprojekt“ der Karlsruher selbst einmal erleben und erfühlen möchte, hat dazu etwa am 8. und 9. August Gelegenheit. An der zentralen Veranstaltung zum Zoo-Geburtstag können Kinder zudem „Zooforscher“ werden. Eine Mission, die sicherlich zahlreiche Familien in den Streichelzoo führt.