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01.05.2008

„Die Haut vergisst nicht“

PFORZHEIM. Rund 54 000 Menschen erkranken pro Jahr in Europa neu an Schwarzem Hautkrebs, 14 000 davon alleine in Deutschland. Hautärzte schlagen deshalb Alarm und raten zur Kontrolle unklarer Male.

Jeder kann selbst zur eigenen Gesundheit beitragen: „Das wichtigste ist ein der UV-Strahlungsintensität und dem Hauttyp angepasstes Verhalten“, sagt der Pforzheimer Dermatologe Dr. Anselm Stuhlert. Das bedeute, in den Ferien, in der Freizeit, am Arbeitsplatz und zu Hause an entsprechenden Schutz denken. Textiler Lichtschutz und der Gebrauch von Sonnencreme sollten zur Selbstverständlichkeit werden, denn „die Haut vergisst nicht“. „Die Sonnenstrahlen sind für Menschen lebensnotwendig. Sie regen Stoffwechselprozesse an, sind an der Vitamin-D-Synthese beteiligt und fördern das Wohlbefinden“, erklärt der Hautarzt. Doch das Schönheitsideal verleite viele dazu, mit dem Sonnenbaden oder Besuchen in Solarien sorglos umzugehen. Die Hautärzte in Pforzheim appellieren deshalb: „Wenn schon Sonnenbaden, dann richtig dosiert.“ Denn nicht nur vorzeitige Hautalterung mit Faltenbildung, Sonnenflecken und Äderchen zählen zu den Folgen. „Wir verzeichnen eine deutliche Zunahme des Schwarzen und insbesondere des Hellen Hautkrebses.“ Der Helle Hautkrebs, an dem jährlich in Deutschland rund 300 000 Menschen neu erkranken, wird durch eine chronische Lichtschädigung auch nach vielen Jahrzehnten Abstand ausgelöst. Besonders bei Menschen mit lichtempfindlicher Haut tritt er nach langjähriger Sonnenbelastung auf. Kopf, Stirn, Nase, Lippen, Unterarmen und Hände sind bevorzugt betroffen. Schlecht heilende, teils raue, teils rote Hautstellen, Wachstum sowie asymmetrische Erscheinungsformen sowie Verhärtungen auf sonnengeschädigter Haut können Hinweise auf einen Hellen Hautkrebs oder dessen zu behandelnde Vorstufen sein. Diese Krebsform ist, wenn sie frühzeitig behandelt wird, heilbar und das nicht nur durch das Ausschneiden mit dem Skalpell. Der Schwarze Hautkrebs kann sich neu oder aus einem bereits vorher bestehenden Pigmentmal entwickeln. Diese sind auffällig, wenn sie wachsen, nässen, bluten, jucken oder die Farbe verändern. Veränderte Male können vorsorglich operativ entfernt werden.