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Bildquelle: © cocoparisienne (CC0 1.0); pixabay.com
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23.03.2016

Einbruchs-Prävention für Privatleute und Firmen

Die Angst vor Einbrüchen und Diebstahl ist laut einer Studie des Allensbach Instituts aus dem Jahr 2015 höher als die Angst vor einem Terroranschlag. Ob diese Zahlen nach wie vor Relevanz besitzen, sei dahingestellt, wahrscheinlicher aber sind Einbrüche auf alle Fälle. Für das letzte ausgewertete Jahr 2014 weist die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) 152.123 Wohnungseinbrüche nach sowie einen Gesamtschaden von 422,3 Millionen Euro. Dazu kommen noch einmal 136.120 Diebstähle aus Dienst-, Büro- und Lagerräumen von Unternehmen.

Statistisch wird in Deutschland alle zwei Minuten ein Fenster, eine Fenstertür oder eine Wohnungstür aufgehebelt. Die Aufklärungsquote ist mit knapp 16 % zudem sehr gering. Einbruch ist daher eine der erfolgversprechendsten Verbrechen. Spezialisierte Banden spähen ihre Ziele aus und schlagen blitzschnell zu, meist am helllichten Tag (41,6 %). Anschließend entkommen sie dank hoch motorisierter Fluchtwagen sogar der Polizei. Die Einbruchszahlen steigen seit Jahren – weswegen es für Privatpersonen, aber auch für Firmen und Unternehmen wichtig ist, Prävention zu betreiben und Schutzmaßnahmen zu ergreifen.

Ein Einbrecher hat keine Zeit zu verlieren

Der wichtigste Faktor für einen Einbrecher ist der Faktor Zeit. Damit ist nicht die Tageszeit gemeint, sondern die Zeit, in der er in die Wohnung oder ins Haus gelangt. Mit jeder Sekunde, die er erfolglos versucht, einzusteigen, wächst die Chance, dass er entdeckt wird. Maßnahmen zum Einbruchsschutz sowie Sicherheitstechnik kosten den Einbrecher Zeit. Aus diesem Grund nahm die Zahl gescheiterter Einbruchsversuche zwischen 1999 und 2014 um 10 % zu. Immer mehr Einbrecher gaben entnervt auf, bevor Sie alles ausräumen konnten.

Die im nächsten Absatz geschilderten Schutzmaßnahmen richten sich hauptsächlich auf die Verhinderung eines Einbruchs im Privatbereich. Dennoch können Sie zum Teil auch auf Firmen angewendet werden. Neben allgemeiner Einbruchsprävention investieren deutsche Unternehmen auch immer mehr in Manpower, wenn es um das Thema Sicherheit geht. Private Bildungsanbieter wie WBS Training vermelden stetig steigende Bewerberzahlen im Bereich Sicherheit und Objektschutz. Auf Grund der aktuellen Kriminalstatistiken ist  der Bedarf nach ausgebildetem Personal durchgehend hoch.

Einbrüche erschweren heißt Einbrüche verhindern

Generell lassen sich die Maßnahmen zur Einbruchsprävention in zwei Bereiche einteilen: in kostenlose und in bauliche. Mit den erstgenannten sechs Ratschlägen sparen Sie bares Geld und erhöhen Ihre Sicherheit nachhaltig. Die vier zuletzt genannten schonen zwar nicht Ihren Geldbeutel, erschweren Einbrechern dafür aber auch das „Erwerbsleben“.

Kostenlose Einbruchsprävention

1. Schließen Sie Ihre Haustüre oder die Wohnungstüre ab! Aber schließen Sie sie richtig ab – und das bedeutet doppelt.

2. Jedes Fenster und jede Fenstertür soll bei Ihrer Abwesenheit geschlossen sein. Und nein: Gekippt ist nicht geschlossen, sondern eine Einladung selbst für ansonsten unfähige Einbrecher.

3. Leitern, Mülltonnen und Gartenmöbel gehören nach Nutzung in einen verschlossenen Raum. Einbrecher verwenden Sie sonst gerne als Kletter bzw. Aufstiegshilfe, um schlechter zugängliche, aber einfacher zu knackende Fenster im ersten Stock oder im Dach zu erreichen.

4. Schweigen Sie! Statusmeldungen wie „Ah, endlich 2 Wochen Urlaub auf Mallorca“ bei Facebook bringen viele Likes … gefallen aber auch Einbrechern.

5. Pflegen Sie ein gutes Verhältnis zu ihren Nachbarn. Wenn Sie abwesend sind, kann er Ihr Haus/Ihre Wohnung im Auge behalten und ggf. den Briefkasten vorm Überquellen bewahren.

6. Achten Sie auf sogenannte Gaunerzinken und entfernen Sie diese, wenn Sie sie entdecken.

Bauliche Einbruchsprävention

Besitzen Sie noch alte Fenster, haben Sie bisher auf die Reparatur eines Rollladens verzichtet und ist die Eingangstür Ihres Altbauapartments zwar ein echtes Schmuckstück, aber leider doch etwas wackelig? Mit den folgenden Einbau- und Baumaßnahmen verhindern Sie, dass Ihre Wohnung oder Ihr Haus ausgeräumt werden.

1. Überprüfen Sie Fenster, Fenstertüren und Haus- bzw. Wohnungstüren auf deren Sicherheit. Ersetzen Sie sie ggf. durch einbruchhemmende Fenster und achten Sie auf die unterschiedlichen Schutzklassen und VDS-Siegel.

2. In Mehrparteienhäusern und Miethäusern kann man ältere Türen sinnvoll mit Querriegelschlössern sowie Zusatzschlössern mit Sperrbügeln sichern. Die Anschaffungskosten sind mit 150 Euro verhältnismäßig günstig.

3. Bringen Sie Lampen mit Bewegungsmelder vor allen Eingängen an. Licht schreckt Einbrecher ab.

4. Investieren Sie für Urlaubszeiten in Zeitschaltuhren. Mit Rollläden, die sich morgens von selbst hochziehen und Licht, das zu verschiedenen Tageszeiten brennt, täuschen Sie Anwesenheit vor. Ein potentieller Einbrecher wird sich hiervon abschrecken lassen.

5. Eine deutlich angebrachte Alarmanlage schreckt potentielle Einbrecher ebenfalls ab. Diese Sicherungstechnik aber ist, wenn sie wirklich wirksam sein soll, in der Anschaffung äußerst kostenintensiv.