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28.07.2008

Eiskalte Versuchung

MÜNCHEN/BERLIN. An heißen Sommertagen kennen viele Menschen nur ein Ziel: die nächste Eisdiele. Sie sehnen sich nach den herrlich kühlen Kugelnaus Erdbeere, Vanille und Schokolade. Wer es noch frischer mag, kann Eis auch ganz einfach selber machen.

„Das ist gar nicht so schwer wie man vielleicht denken könnte und macht auch noch Spaß“, sagt Sebastian Dickhaut, Koch und Buchautor aus München. „Außerdem kann man dabei sehr kreativ sein und Geschmackssorten ausprobieren, die man sonst nicht kaufen kann.“
Für die Union der italienischen Speiseeishersteller Uniteis hat selbst gemachtes Eis noch einen weiteren Vorteil. „Im Vergleich zu industriell gefertigtem Eis kann man so sichergehen, dass die Zutaten frisch und ohne Farbstoffe zusammengemischt sind“, sagt Giorgio Cendron, Generalsekretär des Verbandes in Berlin. „Wer wirklich natürliche Zutaten – also Bioqualität – will, fährt mit selbst gemachtem Eis am besten.“

Eis ist dabei nicht gleich Eis. Hobbyeismacher müssen sich daher erst einmal entscheiden, was sie genau wollen. „Neben der klassischen Eiscreme gibt es noch das Parfait und das Sorbet“, erklärt Autor Dickhaut. Grob gesagt, unterscheiden sich diese drei vor allem beim Aufwand ihrer Herstellung. „Sorbet ist dabei die einfachste Variante“, sagt Dickhaut. Dazu werden nur Früchte und Zuckersirup gut zusammengemixt und dann in eine Form gegeben. Anschließend kommt das Ganze für vier bis fünf Stunden ins Eisfach. Vor dem Servieren wird es klein gehauen und im Mixer püriert.

Auch ein Parfait ist relativ schnell selbst gemacht, sagt der Koch Klaus-Wilfried Meyer aus Bielefeld. „Eigelb, Zucker, Sahne und Geschmack in Form von Früchten oder Kakaopulver werden in einem warmen Wasserbad aufgeschlagen und wie Sorbet in einer Form ins Eisfach gestellt.“ Je kleiner die Form sei, desto schneller gefriere das Parfait. „Wenn man die Masse in kleine Kaffeetassen gibt, sieht das nicht nur hübsch aus, sondern spart auch noch Zeit.“ Das Vorstandsmitglied vom Verband der Köche Deutschlands verrät noch einen weiteren Trick: „Man kann auch zuerst weiße Parfaitmasse wie Vanille in die Form geben und dann mit einem Spritzbeutel rotes Parfait in die Mitte geben“, sagt Meyer. „So bildet sich im Inneren eine Kugel. Beim Anschneiden sieht das toll aus.“

Etwas kniffliger ist dagegen klassische Eiscreme: Abhängig vom Rezept werden laut Uniteis-Experte Cendron Eigelb und Zucker in einem warmen Wasserbad aufgeschlagen, abgekühlt und je nach Geschmack mit Fruchtpüree, Likör oder Kakaopulver vermischt. Nachdem noch Eischnee und Sahne untergerührt wurden, kommt das ganze in eine Eismaschine, die die Masse stark herunterkühlt. Egal, für welche Variation ein Eisfreund sich nun entscheidet, eines sollte er grundsätzlich beachten: „Durch das Frieren geht einiges von dem Aroma verloren“, sagt Dickhaut. Deswegen sollte man am besten stets sehr geschmacksintensive Aromen wie reife Bananen oder Himbeeren hinzugeben. Auch süße Zutaten wie Zucker und Kakao dürfen großzügig dosiert werden.

Experimentierfreudige können darüber hinaus auch eher exotische Zutaten wie Ingwer, Honig oder Lavendel verwenden. Autor Dickhaut regt zum Beispiel ein Basilikum-Limetten-Sorbet, Eis mit Grapefruit oder ein Orangen-Lavendel-Parfait an.