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Bunte Socken oder Strumpfhosen in Größen, die nicht passen. Um den Kopf geschlungen wärmt das ungeliebte Stück immerhin – als Geschenk unterm Weihnachtsbaum taugt es trotzdem nicht, wie man am Gesichtsausdruck von PZ-Redakteurin Miriam Fuchs deutlich erkennen kann.
Bunte Socken oder Strumpfhosen in Größen, die nicht passen. Um den Kopf geschlungen wärmt das ungeliebte Stück immerhin – als Geschenk unterm Weihnachtsbaum taugt es trotzdem nicht, wie man am Gesichtsausdruck von PZ-Redakteurin Miriam Fuchs deutlich erkennen kann.
04.12.2012

Fuchs in the City: Bescherung des Grauens

Eben sitzen wir noch zusammen, um das leckere Weihnachtsmahl zu genießen. Alle sind zufrieden, die Bäuche sind angenehm gewölbt. Sollte jetzt, wo es gerade am Schönsten ist, nicht einfach Schluss sein?

Das würde mir einiges ersparen. Vor allem die alljährliche Enttäuschung namens Bescherung.

Schon beim ersten Blick auf die Geschenke unterm Weihnachtsbaum erkenne ich, dass einiges dabei sein könnte, was mir garantiert nicht gefällt. Aber weil Heiligabend das Fest der Liebe und Familienzusammenführung ist, muss ich als liebe Tochter pflichtschuldigst lächeln und Freude mimen. Das Geschenk des Grauens ist platt – im doppelten Wortsinn. Ich muss nur fühlen, schon kommt mir die erschreckende Erkenntnis: Es ist weich. Weich und platt! Jetzt beginnt bei mir das Kopfkino. Bitte nicht die 24. Strumpfhose in der falschen Größe, bei der mir der Schritt nur wieder im Knie hängt. Und bloß kein Schal. Schon gar nicht in der Farbe Apricot, so dass er ja nicht zum Rest meiner Garderobe passt. Vielleicht befindet sich darin aber auch die Krönung allen Bescherungs-Übels: Bunte Socken. Ich will keine bunten Socken. Merkt denn keiner, dass die Socken, die ich trage immer schwarz sind? Nein, ich finde nicht, dass bunte Socken besonders witzig aussehen und das Outfit auflockern, wie der Socken-Schenker freudig argumentiert. Jetzt nur nicht die Kontrolle über die eigenen Gesichtsmuskeln verlieren. Weiter lächeln. Nicht den trauten Weihnachtsabend zerstören. Es sind ja nur bunte Socken. Ich kann sie meinem Hund schenken. Er liebt Socken und stört sich, im Gegensatz zu mir, nicht an irgendwelchen Farben. Wenn der die Socken erst einmal zerkaut hat, ist davon sowieso fast nichts mehr übrig.

Ungeliebte Geschenke sind die Kehrseite der Weihnachtsmedaille. Sie machen mir ein schlechtes Gewissen. Weil ich dem Schenker, dem ich einfach mal gute Absichten unterstelle, Unrecht tue. Bestimmt handelte er nach bestem Gewissen. So wie ich damals, als ich ein Parfüm verschenkte, das mich im siebten Himmel schweben ließ und meine Freundin nur zum Naserümpfen animierte.

Womit ich bisher aber noch nie falsch lag, waren Weihnachtsgeschenke an mich selbst. Mit dem zeitlichen Rahmen sehe ich es nicht so eng. Bereits im November fange ich an, mich weihnachtlich zu beschenken – Man kann nie früh genug damit beginnen, sich hin und wieder selbst etwas Gutes zu tun. Und Weiches oder Plattes würde ich mir generell nie schenken.

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