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In allen Farben und Formen: Veranstalterin Jennifer Nagel präsentiert Karin Steinbach und Miriam Fuchs (von rechts) das umfangreiche Kerzensortiment.  Foto: Ketterl
In allen Farben und Formen: Veranstalterin Jennifer Nagel präsentiert Karin Steinbach und Miriam Fuchs (von rechts) das umfangreiche Kerzensortiment. Foto: Ketterl © Ketterl
18.02.2014

Fuchs in the City: Duftexplosion auf der Kerzenparty

Nach „Gewürzmarkt“, „kesser Kiwi“ und „saftiger Clementine“ riecht meine Kleidung, als ich nach Hause komme. Ich war jedoch nicht auf dem Wochenmarkt einkaufen, sondern zu Gast auf einer Kerzenparty: Acht Frauen (und ein schnell ins Nebenzimmer geflüchteter Mann) kämpfen sich durch einen regelrechten Duftwald. Denn bei der Firma „PartyLite“ sind Duftkerzen der Verkaufsschlager.

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Ähnlich wie bei einer Tupper-Party gibt es eine Gastgeberin, in meinem Fall Karin Steinbach aus Würm, und eine Firmen-Vertreterin, Jennifer Nagel, und ein Wohnzimmer voller Frauen. Duftkerzen in 40 verschiedenen Gerüchen hat „Party Lite“ im Sortiment. Da ist klar, was die nächsten Stunden passiert: Jede Dame hängt ihr Näslein abwechselnd in die vielen Duftproben-Tiegel.

Ich gebe zu, dass ich Kerzen liebe, insbesondere schwedische Vanille-Teelichter. Vor allem in der dunklen Jahreszeit ist meine Wohnung hell erleuchtet von flackerndem Kerzenschein. In Würm geht es natürlich nicht um Vanille-Lichtlein aus schnöder Massenproduktion, hier setzt man auf die individuellen Bedürfnisse der potenziellen Käuferinnen.

Haben Sie einen Hund? Kennen Sie die unangenehmen Gerüche vor allem in der kalten Jahreszeit, wenn sich sein Fell mit Regen oder Schnee vollsaugt und dann daheim im Warmen vor sich hin mieft? Die Duftwunder-Kerze „Perfect Pet“ verspricht dem muffig-feuchten Tiergeruch den Garaus zu machen. Kerzen der Duftrichtung „Maulbeere“ sollte die Hausfrau beim Kochen von Fisch und Zwiebeln nebenher brennen lassen. „Da riechen Sie hinterher nichts mehr davon“, versichert Jennifer Nagel.

Mein altes St.-Georg-Pfadfinderinnen-Herz schlägt höher, als ein Duftwachsglas in Holzoptik herum gereicht wird, von dem die Party-Veranstalterin verspricht, dass der Holzdocht nach dem Anzünden knistert wie ein echtes Lagerfeuer. Wenn man nah genug an der Kerze schnuppert und die Augen schließt, riecht man sogar eine leicht holzige Note, die der Docht verströmt. Ich bin selig. Was sind für mich schon „faszinierende Feige“, „Bambusbrise“ oder „geheimnisvolle Johannisbeere“, wenn ich die „fast-echte“ Lagerfeuer-Romantik meiner Jugend genießen kann.