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Fuchs in the City: Fettfalle Redakteursberuf. Miriam Fuchs isst sich durch die Redaktion.
Fuchs in the City: Fettfalle Redakteursberuf © Dietz
01.07.2014

Fuchs in the City: Fettfalle Redakteursberuf

Sie glauben nicht, dass der Job als Redakteurin dick macht? Während ich diesen Artikel schreibe, verdrücke ich nebenher das fünfte Stückchen Pizza. Mitgebracht von daheim habe ich meinen grünen Smoothie, Vollkornbrot und Ziegenkäse, aber es geht trotzdem nicht ohne fettige Kalorienbomben.

Miriam Fuchs gibt es auch auf Facebook.

Essen am Arbeitsplatz habe ich mittlerweile optimiert: Ich tippe dann nur mit der rechten Hand, die andere dient der Nahrungsaufnahme. Und es gibt noch mehr Regeln: Wer früher in die Pause geht, bekommt eine Liste von Fast-Food-Artikeln mit, die später auf den Schreibtischen der Kollegen duften. Wer später geht, muss nur noch Kleinigkeiten für den Kaloriennachschub bringen. Die Pizza hat übrigens mein Kollege spendiert, der seinen Geburtstag feierte und eine Runde Hüftgold für alle ausgab. Irgendjemand feiert in unserem großen Büro eigentlich immer etwas. Kuchen oder Nudelsalat, belegte Riesenbrezeln oder Maultaschen mit Kartoffelsalat – die Kalorienmenge kennt nach oben keine Grenzen. Und wir wollen ja nicht unhöflich sein und lassen daher nichts übrig. Uns fällt stets ein Weg ein, uns kollektiv zu mästen. Wenn wir in diesen Tagen die Klimaanlage nur lang genug nicht anschalten, erklärt sich immer ein Kollege entnervt bereit, Eis für alle zu besorgen. Täglich lockt nur sieben Meter Luftlinie von mir entfernt der „Snack-Bär“.

Eine von Zauberhand gefüllte Süßigkeiten-Minibar, deren Quelle niemals versiegt und zu der alle Kollegen pilgern, wenn sie einen mit Zucker versüßten Kreativitätsschub brauchen. Es gibt kein Entkommen für Redakteurinnen. Dem Cholesterinspiegel wird keine Verschnaufpause gegönnt. Nicht einmal an einem arbeitsfreien Wochenende. So wie diesen Samstag, als ein Kollege im „Schlosskeller“ einen nahrhaften Abschied feierte. Oder ich treffe mich mit Kollegen, um bei Rugby-Spielen des TV Pforzheim mitzufiebern. Das geht nicht ohne Stadionwurst. Irgendwie ist bei uns immer „Happy Hour“ und „All you can eat“ angesagt. Das ist fast schon wie All-Inclusive-Urlaub im Büro. Aber so machen das Arbeiten und die Überstunden wirklich Freude – auch wenn ich nach Feierabend joggen muss, um keine Pölsterchen zu bekommen.

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